Dachdeckerin / Dachdecker werden – Infos über Beruf, Ausbildung und Gehalt

Der Beruf des Dachdeckers gilt als ziemlich attraktiv. Das Handwerk, das früher als das „Handwerk zwischen Himmel und Erde“ bezeichnet wurde, genießt noch heute großes Ansehen. Dazu besteht ständig großer Bedarf nach Fachkräften. Schließlich stellt ein Dach auf dem Haus das i-Tüpfelchen dar. Daher wundert es nicht, dass das Handwerk des Dachdeckers unter den Azubis ziemlich beliebt ist. Doch bevor eine Ausbildung zum Dachdecker begonnen wird, sollten einige Sachen beachtet werden, die als Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausübung dieses Berufes gelten.

Die Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Dachdecker

Jede Ausbildung wird nach den eigenen Tendenzen ausgewählt. Die Dachdeckerausbildung stellt hier keine Ausnahme dar. Dabei sollte man als zukünftiger Dachdecker gern mit Materialien wie Holz, Stein, Kunststoff oder Metall arbeiten. Daneben ist es natürlich von Vorteil, wenn man schwindelfrei ist. Gute Kenntnisse in Technik und Werken sind für die Ausbildung zum Dachdecker ebenfalls von Vorteil. Ein Dachdecker braucht ein handwerkliches Geschick und hat kein Problem damit, körperliche Arbeit auszuüben. Da die Arbeit des Dachdeckers ziemlich laut sein kann, sollte konzentriertes Arbeiten bei hohen Geräuschpegeln kein Problem darstellen. Ebenso sollten Interessierte sich nicht davor scheuen, mit Dreck zu arbeiten. Um den Eignungstest im Unternehmen zu bestehen, sollte man sich besonders die Rechenaufgaben wie Dreisatz, Dreieck und Flächenberechnung zu Gemüte führen. Aber auch Aufgaben zum Allgemeinwissen und zur Rechtschreibung werden gerne gestellt. Schlussendlich gehört eine sorgfältige Arbeit zu den wichtigsten Voraussetzungen für die Ausbildung zum Dachdecker.

Die Aufgaben und Einsatzbereiche des Dachdeckers

Der Dachdecker deckt Dächer und sorgt dafür, dass das Gebäude innen immer trocken bleibt. Zu seiner Arbeit gehört neben dem Dachdecken auch das Dämmen und Abdichten von Wänden, das Montieren von Regenrinnen, Blitzableitern und Dachfenstern sowie alle anfallenden Wartungs- und Reparaturarbeiten. Immer häufiger werden vom Dachdecker auch moderne Anlagen montiert, die zur Stromgewinnung und Wasseraufbereitung dienen. Damit ein Dach fachgerecht gedeckt werden kann, werden verschiedene Materialien eingesetzt. Diese werden vom Dachdecker bearbeitet, damit sie einfach und passgenau montiert werden können. Nicht selten übernimmt der Dachdecker auch Arbeiten, die eigentlich von Zimmerleuten ausgeführt werden. Dazu gehört die Anfertigung von Holzkonstruktionen für Dachstühle. Daneben werden die Holzlattungen vom Dachdecker vorbereitet und vormontiert, damit die Dachsteine daran befestigt werden können. Zur Errichtung eines Carports beispielsweise ist man mit einem Dachdeckermeister gut beraten.

Sind Energie umsetzende Vorrichtungen vorhanden (zum Beispiel Fotovoltaikanlagen) oder sollen sie eingebaut werden, fallen Wartung und Einbau in den Tätigkeitsbereich des Dachdeckers / der Dachdeckerin. Darüber hinaus baut er/sie Dachfenster ein und montiert Dachrinnen oder Blitzableiter. Abseits des Daches ist der/die Dachdecker/in dafür zuständig, Außenfassaden abzudichten und Fassadenverkleidungen anzubringen.

Dachdecker/innen arbeiten im sogenannten Ausbaugewerbe. Sie sind meist bei Dachdeckereien oder Bedachungsfirmen angestellt. Ihre eigentliche Tätigkeit findet auf der Baustelle statt. Ein Großteil der Arbeiten wird direkt auf dem Dach oder von einem Gerüst aus durchgeführt. Da er/sie sich dabei oftmals in schwindelnden Höhen bewegt, steht die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften für eine/n Dachdecker/in immer an erster Stelle, da es sonst zu schweren Unfällen kommen kann. Der Einsatz eines Dachdeckers/einer Dachdeckerin kann auch überregional stattfinden. Reisebereitschaft wird daher oftmals vorausgesetzt. Die Vorbereitung der eigentlichen Dachdeckertätigkeit findet teilweise auch in der Werkstatt statt, wo Materialien und Werkzeuge für den jeweiligen Einsatz ausgewählt und eingepackt werden.

Die Dachdeckerausbildung

Bei der Ausbildung zum Dachdecker handelt es sich um eine Ausbildung im dualen System. Dies bedeutet, dass der theoretische Teil an der Berufsschule gelernt wird, während praktische Erfahrungen im Ausbildungsbetrieb gesammelt werden. Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Wer bereits eine ähnliche Ausbildung abgeschlossen hat oder ein Berufsgrundbildungsjahr im handwerklichen Bereich hinter sich hat, kann die Lehre auch ein halbes oder gar ein ganzes Jahr früher abschließen. Die Verkürzung der Ausbildungszeit kann ebenfalls aufgrund von sehr guten Noten und Arbeitsergebnissen erfolgen. Wenn man sich für diese Ausbildung entscheidet, kann man zwischen den Fachrichtungen „Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik“ und „Reetdachtechnik“ wählen. Die erste Fachrichtung benutzt zum Decken und Abdichten industriell gefertigte Materialien, während in der anderen Fachrichtung Auszubildende zusätzlich den Umgang mit dem Naturstoff Reet erlernen. Die Ausbildung wird mit einer Gesellenprüfung abgeschlossen, die sowohl aus einem schriftlichen als auch aus einem mündlichen Teil besteht.

Ausbildung zum Dachdecker/zur Dachdeckerin

Dachdecker/in ist ein in Deutschland anerkannter Ausbildungsberuf aus dem Handwerk. Er kann im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung erlernt werden. Dabei stehen zwei Fachrichtungen zur Verfügung. Je nachdem, für welche Richtung der Auszubildende sich entscheidet, wird er nach erfolgter Gesellenprüfung zum/zur Dachdecker/in für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik oder zum/zur Dachdecker/in für Reetdachtechnik. Neben einem praktischen Unterricht im Betrieb und auf der Baustelle findet auch theoretischer Unterricht in der Berufsschule statt. Als Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Dachdecker/in müssen die Auszubildenden unter anderem eine hohe körperliche Belastbarkeit sowie Schwindelfreiheit mitbringen.

Gehalt eines Dachdeckers / einer Dachdeckerin

Wie viel angehende oder ausgelernte Dachdecker/innen verdienen wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Wir informieren Dich über die Verdienstmöglichkeiten in diesem Beruf, was unter anderem bei Gehaltsverhandlungen dienlich sein kann. Die unten genannten Zahlen dienen jedoch lediglich der Orientierung und geben kein Anspruchsrecht.

Gehalt während der Ausbildung

Während der dreijährigen Berufsausbildung erhalten die Lehrlinge eine monatliche Vergütung. Nach dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) sieht die bundesweit geltende tarifliche Regelung folgende Staffelung vor:

Beispiel Dachdeckerhandwerk:

Ausbildungsjahr: € 650 brutto
Ausbildungsjahr: € 800 brutto
Ausbildungsjahr: € 1.050 brutto

Zahlt der Ausbildungsbetrieb nicht nach Tarif, muss er laut Berufsbildungsgesetz eine angemessene Vergütung zahlen. Tarifliche Regelungen dienen dann zur Orientierung. Finanzielle Förderung während der Ausbildung bietet die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB). Informationen dazu können von der Bundesagentur für Arbeit eingeholt werden.

Gehalt nach der Ausbildung

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung und mit einem Arbeitsvertrag in der Tasche wächst das Einkommen. Die Fachkräfte übernehmen Verantwortung und üben Tätigkeiten selbstständig aus. Nach Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration liegt der tarifliche Bruttolohn bei € 19,89 die Stunde. Betrachtet man die Statistiken der Bundesagentur für Arbeit sind für Berufe in der Dachdeckerei mit fachlich ausgerichteten Tätigkeiten ein Ost-West-Gefälle zu erkennen. In den meisten östlichen Teilen des Landes verdienen Angestellte der Berufsgruppe bis zu € 2.359 brutto monatlich. Ihre Kollegen im Westen hingegen erhalten ca. € 2.803 bis € 3.178 brutto. Zu beachten ist hierbei, dass noch weitere Einflussgrößen wie die Aus- und Weiterbildung, die Tätigkeiten und die Berufserfahrung eine Rolle spielen. Das tatsächliche Entgelt kann demnach höher oder geringer ausfallen. Laut WSI-Tarifarchiv liegt der tarifliche Lohn für das Dachdeckereihandwerk im Tarifbereich Ost/West (ohne Bayern) je nach Tarifgruppe bei € 3.054 bzw. € 3.359 brutto im Monat (Stand 05.2017). Entscheidend ist hierbei eine erfolgreich bestandene Gesellenprüfung und 2 bzw. 3 Jahre Berufserfahrung.

Gehalt mit verbesserter Qualifikation

Eine Aufstiegsweiterbildung steigert die Karrierechancen und bietet die Möglichkeit zur Ausübung von Führungsaufgaben. Eine Weiterbildung als Dachdeckermeister/in oder als Fachleiter/in für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik sind hier gute Optionen. Wer in die Selbstständigkeit gehen will, kommt i.d.R. um einen Meistertitel nicht herum. Dachdeckermeister/innen können nach Angaben der Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration € 4.563 bis € 4.713 brutto im Monat verdienen. Fachleiter können ein Gehalt zwischen € 4.563 und € 4.713 erreichen.

Ein Studium im Fach Bauingenieurwesen eröffnet neue umfangreiche Karrieremöglichkeiten.

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