Präzisionswerkzeugsmechanikerin / Präzisionswerkzeugsmechaniker werden? Das erwartet Dich!

Du möchtest wissen, welche Aufgaben ein/e Präzisionswerkzeugsmechaniker/in zu erledigen hat und welche Voraussetzungen für den Berufseinstieg vorhanden sein sollten? Ebenfalls zeigen wir Dir auf, wie eine Ausbildung abläuft, was Du verdienst und was es sonst noch Wichtiges gibt.

Was macht eine Präzisionswerkzeugsmechanikerin oder ein Präzisionswerkzeugsmechaniker?

Bei dem Beruf Präzisionswerkzeugsmechaniker/in handelt es sich um eine handwerkliche Beschäftigung. Entscheidest Du Dich für eine Ausbildung dieser Art, wirst Du verschiedene Werkzeuge wie beispielsweise Schneidwerkzeuge herstellen. Diese Werkzeuge sind sowohl für den manuellen als auch für den maschinellen Einsatz gedacht. Ebenfalls müsstest Du Werkzeuge instand setzen. Zudem beschäftigen sich Beschäftigte mit der Erstellung von technischen Unterlagen, bearbeiten verschiedene Halbzeuge und bedienen Maschinen. Auch die Erstellung von Programmen zur computerunterstützten Steuerung gehört zu dem Aufgabenbereich.

Welche Voraussetzungen gibt es für die Ausbildung?

Möchtest Du eine Ausbildung in diesem Bereich absolvieren, gibt es keine bestimmten Voraussetzungen. Die Fähigkeiten erlernst Du alle während der Ausbildungszeit. Firmen, die Präzisionswerkzeugsmechaniker/innen einstellen, verlangen lediglich:

  • Hauptschulabschluss oder
  • Abschluss mittlerer Reife

Du solltest natürlich Spaß am Umgang mit Werkzeugen haben und auf Genauigkeit achten. Technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und Mathematik sind ebenfalls wichtig. Vorzugsweise hast Du schon einmal ein Praktikum in einem Betrieb absolviert. So konntest Du schon in die Aufgaben hineinschnuppern. Wichtig: Für den Beruf solltest Du schon etwas handwerkliches Geschick mitbringen, technisches Verständnis haben und allgemein sollte Interesse am Beruf vorhanden sein.

Was lernst Du während der Ausbildung zum/zur Präzisionswerkzeugsmechaniker/in?

Eine Ausbildung dieser Art läuft in der Regel über 3,5 Jahre. Während dieser Zeit werden Dir alle wichtigen Kenntnisse und Fähigkeiten sowohl im theoretischen als auch im praktischen Bereich übermittelt. Es handelt sich um eine duale Ausbildung, die teils im Betrieb und teils in der Berufsschule stattfindet. Im Betrieb lernst Du unter anderem:

  • Zusammenstellen und Auswerten technischer Unterlagen
  • Anfertigen von Skizzen
  • Demontieren, montieren und Einstellen von Werkzeugen
  • Defekte Werkzeuge analysieren und reparieren
  • Bearbeiten von Halbzeugen beispielsweise durch Bohren, Feilen und Sägen
  • Zuschneiden von Blechen und Gewinde
  • Schärfen von Schneidwerkzeugen

Ebenfalls werden die Dinge rund um die Rechte und Pflichten während der Ausbildung vermittelt. Außerdem erfährst Du organisatorische Dinge und Sachen rund um den Umweltschutz. Während der Berufsschulzeit werden Dir theoretische Kenntnisse vermittelt. Hierzu gehören unter anderem auch Mathematik und Betriebswirtschaft.

Welche Kenntnisse musst Du mitbringen, um die Tätigkeit auszuüben?

Möchtest Du als Präzisionswerkzeugsmechaniker/in arbeiten, benötigst Du normalerweise eine abgeschlossene Ausbildung. Das bedeutet, dass Du die 3,5 Jahre Ausbildungszeit zunächst absolvieren und die Prüfung bestanden haben musst. Hast Du das erfolgreich erledigt, kannst Du in dem Beruf richtig durchstarten.

Nach der Ausbildung kannst Du Dich auch noch weiterbilden und Zusatzqualifikationen erwerben. Unter anderem könntest Du Dich im Bereich Schmieden weiterbilden. So könntest Du beispielsweise auch Messer schmieden.

Gut zu wissen
Nach Deiner Ausbildung gibt es gute Aufstiegschancen in dem Beruf. Ebenfalls gibt es Zusatzqualifikationen wie Schmieden, die für das weitere Vorankommen interessant sein können.

In welchen Bereichen arbeiten Präzisionswerkzeugsmechaniker/innen?

Eine Anstellung findet sich in vielen Firmen. Meistens werden Fachleute in den Branchen Maschinen- und Werkzeugbau gesucht. Ebenfalls denkbar ist eine Anstellung im Bereich Metallbearbeitung. Bei Bedarf könntest Du Dich auch noch zum Meister ausbilden lassen, um eine Führungsposition einzunehmen oder sogar den Weg in die Selbstständigkeit einzuschlagen. Es wäre auch eine Option, sich für einen Bachelorabschluss im Bereich Maschinenbau zu entscheiden.

Was verdienst Du als Präzisionswerkzeugsmechaniker/in?

Während der Ausbildung verdienst Du je nach Betrieb im ersten Jahr rund 650 Euro. Im letzten Jahr liegt meistens die Vergütung bei 850 Euro. Nach der Ausbildung steigt der Verdienst deutlich an. Durchschnittlich können ausgebildete Präzisionswerkzeugsmechaniker/innen mit einem Verdienst von über 2.250 Euro rechnen.

Exkurs: Gehalt von Werkzeugmechanikern und -mechanikerinnen

Werkzeugmechaniker/innen können in und nach der Ausbildung ein gutes Einkommen erzielen. Ein Blick auf die Branche und geltende Tarifverträge ist dabei jedoch interessant. Wir geben dir einen informativen Einblick in die finanziellen Möglichkeiten dieses Berufes. Die unten genannten Zahlen dienen der Orientierung und geben kein Anspruchsrecht.

Gehalt während der Ausbildung
Für die Berufsausbildung als Werkzeugmechaniker/in wird eine monatliche Vergütung gezahlt. Hierfür gibt es tarifliche Regelungen, die Bruttogrundvergütung regeln:

Metall- und Elektroindustrie – je nach Bundesland:

Ausbildungsjahr: € 976 bis € 1.053
Ausbildungsjahr: € 1.029 bis € 1.102
Ausbildungsjahr: € 1.102 bis € 1.199
Ausbildungsjahr: € 1.141 bis € 1.264


Die Angaben wurden dem WSI Tarifarchiv, Stand April 2018 entnommen.

Zahlt der Ausbildungsbetrieb nicht nach Tarif, muss er laut Berufsbildungsgesetz eine angemessene Vergütung zahlen. Tarifverträge können dann zur Orientierung dienen. Es sollte jedoch auch bedacht werden, dass es regionale Unterschiede bei den Tarifvereinbarungen gibt.

Gehalt nach der Ausbildung
Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung können die neuen Werkzeugmechaniker/innen selbstständig und eigenverantwortlich ihren Tätigkeiten nachgehen. Die Einstiegsgehälter von ausgelernten Werkzeugmechaniker/innen kann zwischen € 1.900 und € 3.100 brutto liege. Die Spanne des möglichen Einkommens ist also sehr hoch. Dies liegt vor allem in der Unterscheidung der unterschiedlichen Branchen:

Metall- und Elektroindustrie: € 2.400 bis € 2.700 brutto
Chemische Industrie: € 2.600 bis € 3.100 brutto
KFZ: € 1.900 bis € 2.300 brutto
In der metallverarbeitenden Industrie wird meist noch Urlaubsgeld oder ein 13. Monatsgehalt ausgezahlt.

Generell kann auch gesagt werden, dass der Verdienst bei größeren Firmen höher ausfällt, als bei kleinen Betrieben. Auch wächst mit steigender Berufserfahrung i.d.R. das Einkommen zusätzlich. Laut Statistischen Taschenbuch Tarifpolitik – WSI-Tarifarchiv 2018 kann die beispielhafte tarifliche Bruttogrundvergütung im Monat zwischen € 3.060 und € 3.362 liegen. Dies hängt jedoch von dem geltenden Tarifvertrag und der Tarifgruppe ab, die die Voraussetzungen für die Gehaltshöhe festlegt. Nach Statistiken der Bundesagentur für Arbeit liegt das mittlere Einkommen (Median) für Berufe in der Werkzeugtechnik mit fachlich ausgerichteten Tätigkeiten bei € 3.691 brutto im Monat. Im Osten verdienen Angestellte im Schnitt jedoch deutlich weniger als im Westen. In den östlichen Regionen wurden Gehälter bis € 2.664 brutto pro Monat verzeichnet, im Westen sind es bis zu € 3.815. Hierbei handelt es sich jedoch um statistische Werte. Wie hoch das Gehalt letztendlich ausfällt, ist stark von Faktoren wie der Branche, Betriebsgröße, Aus- und Weiterbildung, Region, Berufserfahrung und den geltenden Tarifverträgen abhängig.

Gehalt mit verbesserter Qualifikation
Wer seine finanziellen Chancen im Beruf weiter aufbessern möchte, sollte eine Aufstiegsweiterbildung in Betracht ziehen. Ein Abschluss als Industriemeister/in der Fachrichtung Metall oder als Techniker/in der Fachrichtung Maschinentechnik im Bereich Betriebsmittel und Werkzeugbau sind Möglichkeiten, in eine Führungsposition zu gelangen. Entsprechend warten attraktive Gehälter. Industriemeister/innen können nach Angaben der Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration zwischen € 3.646 bis € 3.960 brutto verdienen. Bei Techniker/innen der Fachrichtung Maschinentechnik können es € 3.800 bis € 4.163 nach Tarif sein.

Fazit: Präzisionswerkzeugsmechaniker/in mit guten Chancen

Präzisionswerkzeugsmechaniker/innen geht die Arbeit so schnell nicht aus. Es werden immer wieder präzise Werkzeuge benötigt. Ebenfalls verschleißt Werkzeug und muss repariert werden. Auch die Aufstiegschancen sind sehenswert. Wer sich weiterbilden möchte, der hat die Möglichkeit und kann sogar eine Meisterprüfung absolvieren und den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.

Bildquellen

  • russ-ward-aMlbxs8SYig-unsplash: Unsplash https://unsplash.com/photos/aMlbxs8SYig

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