Friseur / Friseurin werden – Infos über Beruf, Ausbildung und Gehalt

Friseur / Friseurin werden

Eine Ausbildung zum/r Friseur / Friseurin ist abwechslungsreicher als viele glauben. Auszubildende lernen nicht nur viele Schneide- und Färbtechniken. Ganz wesentlich für Friseure ist es eine gute Kundenbindung aufzubauen. Das können Friseure durch eine gute Beratung, Betreuung, aber auch durch eine gute Menschenkenntnis erreichen.

Friseure sind für das Waschen, Schneiden, Pflegen und Stylen der Haare sowie deren Gestaltung durch Farbe oder Dauerwellen zuständig. Auch kosmetische Leistungen und die Bartpflege von Männern gehören zu ihrem Aufgabenfeld. Alle Leistungen werden nach einfühlsamer und typgerechter Beratung durchgeführt. Wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Berufsausübung im Friseurhandwerk sind das Interesse an Frisurentrends, eine hohe Kommunikationsfähigkeit und Serviceorientierung sowie die Fähigkeit zu individueller und sensibler Beratung der Kunden.

Aufgaben eines Friseurs / einer Friseurin

Hauptaufgabe der Friseurin / des Friseurs ist das Waschen und Schneiden der Haare, ihre auf Kopfhaut und Haarzustand abgestimmte Pflege, das Frisieren sowie ein abschließendes typgerechtes Styling. Darüber hinaus tönen oder färben Friseure die Haare, blondieren sie, setzen mit Strähnchen Reflexe und machen Dauerwellen. Bei Männern gehört das Schneiden beziehungsweise Rasieren des Bartes zu den Leistungen der Friseure. Je nach Spezialisierung bieten die auch Haarteile oder eine Haarverlängerung durch Extension an und passen Perücken an.

Eine wichtige Aufgabe der Friseure ist dabei die umfassende Beratung ihrer Kunden. Mit Hilfe von Anschauungsmaterial informieren sie über die neuesten Frisurentrends oder treffen mit Hilfe von EDV-gestützten Programmen zusammen mit ihren Kunden eine typgerechte Frisurenentscheidung. Sie beraten hinsichtlich der passenden Businessfrisur oder gestalten auf Kundenwunsch festliche Hochsteckfrisuren für Hochzeiten und andere feierliche Anlässe. Zur Abrundung bieten Friseure das Zupfen und Färben von Augenbrauen, das auf Hauttyp und Anlass abgestimmte Make-up sowie eine professionelle Maniküre und oft auch Nageldesign an. Friseure beraten ihre Kunden im Hinblick auf passende Pflegeprodukte für die Haare, oft auch für Haut und Hände, und verkaufen ihnen die entsprechenden Artikel.

Im organisatorischen und kaufmännischen Bereich verwalten Friseure die Kasse, bestellen Produkte, sorgen für eine ansprechende Warenpräsentation und kümmern sich um einen einwandfrei sauberen Zustand des Salons.

Arbeitszeiten und Arbeitsorte von Friseuren / Friseurinnen

Hauptsächlich sind Friseure selbstverständlich in Friseursalons beschäftigt. Für Langschläfer ist der Friseurberuf optimal, denn die meisten Salons öffnen nicht vor 9:00 / 10:00 die Türen. Am Wochenende müssen Friseure etwas kürzer treten, denn der Samstag ist ein normaler Arbeitstag. Dafür haben Friseure meist Sonntag und Montag frei. Neben Friseursalons sind Friseure in Hotels und Freizeitbetrieben beschäftigt. Je nach Hotel und Betrieb sind die Arbeitszeiten recht unterschiedlich. Genauso wie bei Film- und Theaterproduktionen dort bestimmen die Zeitpläne der Veranstaltungen den Arbeitsrhythmus. Friseure, die ein Händchen für den Verkauf entwickeln arbeiten nicht selten in großen Drogerien. Dort verkaufen sie meist Kosmetik.

Der Weg eines Friseurs vor und nach der Ausbildung

Der Friseurberuf gehört zu den anerkannten Ausbildungsberufen und wird bundesweit einheitlich über die Handwerksordnung geregelt. Die dreijährige Lehre erfolgt in der Regel im dualen System in Ausbildungsbetrieb und Berufsschule, es ist aber auch eine schulische Ausbildung möglich.

Gehalt von Friseurinnen / Friseuren

Das Einkommen von Friseuren bzw. Friseurinnen ist meist nicht sehr hoch. Manche Betriebe zahlen ihren Angestellten lediglich den vorgeschriebenen Mindestlohn. Die Höhe der Vergütung ist abhängig von einer möglichen Tarifgebundenheit des Betriebes und dem Bundesland. Wir informieren Dich über die möglichen Gehaltsaussichten sowohl in als auch nach der Ausbildung. Die untenstehenden Zahlen dienen lediglich der Orientierung und geben kein Anspruchsrecht.

Gehalt während der Ausbildung

Während der Ausbildung zahlt der Betrieb monatlich eine Ausbildungsvergütung. Diese erhöht sich von Lehrjahr zu Lehrjahr. Die Höhe der Vergütung ist von einer möglichen Tarifgebundenheit des Betriebes sowie dem Bundesland abhängig. Liegt keine Tarifbindung vor, muss der Betrieb lt. Berufsbildungsgesetz eine angemessene Vergütung zahlen. Als Orientierungshilfe dienen die tariflichen Bestimmungen. Die folgenden beispielhaften Monatsgehälter entsprechen den Tarifinformationen des Bundes und der Länder.

Friseurhandwerk – je nach Bundesland:

Ausbildungsjahr: € 308 bis € 450 brutto
Ausbildungsjahr: € 410 bis € 555 brutto
Ausbildungsjahr: € 518 bis € 675 brutto
Finanzielle Förderung während der Ausbildung bietet die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB). Informationen dazu können bei der Bundesagentur für Arbeit eingeholt werden.

Gehalt nach der Ausbildung

Ausgelernte Kräfte erhalten nach der Ausbildung natürlich ein höheres Gehalt als in der Lehre. Sie führen selbstständig Aufgaben aus und übernehmen mehr Verantwortung. Dies wird mit einem höheren Gehalt entlohnt. Die beispielhafte Bruttogrundvergütung beträgt lt. Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration € 1.636 bis € 2.102 brutto im Monat. Gemäß Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit beträgt das mittlere Entgelt (Median) für Friseure rund € 1.498 brutto im Monat. Im deutschlandweiten Vergleich sind regionale Unterschiede zu erkennen. Während Friseure / Friseurinnen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern mit € 1.499 bis € 1.693 am besten verdienen, bekommen Angestellte in Sachsen-Anhalt mit bis zu € 1.326 am wenigsten ausbezahlt. In den restlichen Bundesländern liegt das Gehalt zwischen € 1.327 und € 1.498 brutto im Monat. Seit August 2015 muss in Sachsen bei einer tariflichen Entlohnung und bestandener Gesellenprüfung der Mindestlohn in Höhe von € 8,50 brutto die Stunde lt. WSI Tarifarchiv gezahlt werden. In Nordrhein-Westfalen hingegen sind es € 9,10 brutto nach Tarif. Sind die Kunden zufrieden mit der erbrachten Leistung, können Trinkgelder das Einkommen etwas aufbessern.

Gehalt mit verbesserter Qualifikation

Um die Gehaltsaussichten zu steigern, entscheiden sich viele Friseure für eine Weiterbildung zum Meister. Die Intention ist zudem nicht selten der Wille zur Selbstständigkeit. Denn wer einen eigenen Friseursalon eröffnen möchte, kommt um den Meistertitel i.d.R. nicht herum. Als angestellter Meister ist ein Verdienst von € 1.200 bis € 3.000 brutto im Monat möglich. Zu beachten ist jedoch, dass die Weiterbildung mit bis zu € 10.000 hohe Kosten verursacht. Ein erfolgreicher Abschluss kann dennoch die Karrierechancen erhöhen. Bei einer Selbstständigkeit hängt dies davon ab, wie wirtschaftlich der Salon ist. Wer nicht zwingend die Selbstständigkeit anstrebt und auf den Meistertitel verzichten möchte, kann sich in anderen Bereichen spezialisieren. Üblich ist oft die Kombination mit einem kosmetischen Bereich, sodass neben dem Friseurhandwerk noch Zusatzleistungen angeboten werden können. Wer nicht in einem typischen Friseursalon arbeiten möchte, kann auch in die Beratung, Filmbranche o.ä. einsteigen, was andere Verdienstmöglichkeiten eröffnet.

Nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss gibt es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, die von Frisiertechniken über Visagistik bis hin zu Spezialisierungen auf Damen- oder Herrenfrisuren reichen. Auch der Erwerb von Zusatzqualifikationen, etwa in den Bereichen Kosmetik oder Nageldesign, ist möglich. Gute Karrierechancen versprechen die Absolvierung der Meisterprüfung oder die Weiterbildung Fachkaufmann/Fachkauffrau in der Handwerkswirtschaft, die für leitende Funktionen qualifiziert. Im Hinblick auf ein Studium ist eine Friseurlehre eine gute Grundlage für das Studienfach Maskenbild.

Fast jeder Friseur träumt davon mal ein eigenes Salon eröffnen zu können. Der Weg dahin führt neben einer reichlichen Erfahrung über eine Weiterbildung zum Friseurmeister. Die Ausbildung zum Friseurmeister ist relativ kostspielig (ca. 10.000 EUR sollte man zurücklegen). Trotz der hohen Kosten für die Ausbildung, kann sich im Erfolgsfall die Selbstständigkeit lohnen.

Finanzierung des eigenen Traums

Wer nicht genügend Finanzreserven für die Meisterausbildung hat, kann sich nach einem passenden Privatkredit umschauen. In Zeiten von niedrigen Kreditzinsen, ist es etwas einfacher geworden an einen Kredit zu kommen. Für die Gründungs- und Betriebskosten eines Friseursalons gibt es von den Banken spezielle Angebote für Selbstständige. Sie sollten sich an einen erfahrenen Partner wenden. Geld allein muss kein Hindernis für die Selbstständigkeit sein, denn es gibt Banken, die Selbstständige bereits der Gründungsphase unterstützen.

Typische Fragen zum Friseurberuf

Eine Ausbildung zum/r Friseur / Friseurin ist abwechslungsreicher als viele glauben. Auszubildende lernen nicht nur viele Schneide- und Färbtechniken. Ganz wesentlich für Friseure ist es eine gute Kundenbindung aufzubauen. Das können Friseure durch eine gute Beratung, Betreuung, aber auch durch eine gute Menschenkenntnis erreichen.

Was muss ein Friseur / eine Friseurin können?

Wer sich für die dreijährige Ausbildung interessiert, sollte sich zunächst mit den späteren Tätigkeiten auseinander setzen. Frisuren sind vielfältig, damit sind auch die Haarscheidefertigkeiten gefragt, genauso wie eine professionelle Beratung. Friseure müssen nicht nur waschen, scheiden, leben und beraten, sondern auch den Zustand von Haaren und Nägeln beurteilen können. Ein weiteres wichtiges Tätigkeitsfeld von Friseuren ist die Terminplanung und Organisation.

Welche Fachbegriffe verwenden Friseure / Friseurinnen?

Ein Praktikum kann Dir helfen, in der Welt der Friseure zu schnuppern. Jungs haben über den bundesweiten Boys Day die Möglichkeit an einem Tag viele verschiedene Friseur-Betriebe kennen zu lernen. Ihr werdet dafür von der Schule freigestellt. Beim Praktikum lernt man viele Fachbegriffe kennen, darunter Effilieren, Slicen, Wasserwelle, Papilotten, Deep Pointen, Pointen, Graduieren Dauerwelle, Fassonschnitt, Rundschnitt, Stumpfschnitt, Splisshaarschnitt und viele andere.

Wie kann man ein Friseur-Gewerbe anmelden?

Fast jeder Friseur / jede Friseurin träumt davon mal einen eigenen Salon eröffnen zu können. Der Weg dahin führt neben einer reichlichen Erfahrung über eine Weiterbildung zum Friseurmeister. Die Ausbildung zum Friseurmeister ist relativ kostspielig (ca. 10.000 EUR sollte man zurücklegen). Trotz der hohen Kosten für die Ausbildung, kann sich im Erfolgsfall die Selbstständigkeit lohnen. Wer nicht genügend Finanzreserven für die Meisterausbildung hat, kann sich nach einem passenden Privatkredit umschauen, es gibt Banken, die Selbstständige bereits in der Gründungsphase unterstützen. Nachdem die Finanzierung steht und der Betriebsstandort gefunden ist, könnt ihr euer Gewerbe zunächst als Einzelunternehmen oder GbR beim Gewerbebetrieb anmelden. Dazu ist ein einfaches Ausfüllen des Formulars und der Meisterbrief als Nachweis notwendig. Die Gewerbeanmeldegebühr ist je nach Stadt und Gemeinde unterschiedlich und liegt bei ca. 20 – 40 EUR.

Welche Fragen kommen im Einstellungstest Friseur?

Wie schon erwähnt, sind gute Friseure echte Kommunikationsgenies. Für eine echte Kundenbindung ist gutes Zuhören gefragt, Redegewandtheit und eine aufgeschlossene Haltung. Ein ausweichender Wortschatz, genauso wie Mehrsprachigkeit sind in diesem Beruf von Vorteil. Denn ca. 20 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen haben einen Migrationshintergrund. Neben Sprache und guten Umgangsformen sind Ausdauer, Fleiß, Verschwiegenheit und Höflichkeit wichtige Voraussetzungen. Körperlich solltest Du sehr belastbar sein, denn Friseure sind nicht nur den ganzen Tag auf den Beiden, sie arbeiten daneben mit zahlreichen chemischen Mitteln, müssen immerfort geschickt agieren und ein gesundes Sehvermögen besitzen. Im Einstellungstest für einen Ausbildungsplatz werde häufig Grundkenntnisse aus Mathematik (Grundrechenarten, Prozentrechnung), Biologie (Haut, Haar), Chemie (Wirkungsweise von Stoffen) auch die praktischen Fähigkeiten (Kreativität, handwerkliches Geschick) auf die Probe stellt. 

Verwandte Berufe

Kosmetiker/in
Farb-, Stil- und Imageberater/in
Maskenbildner/in
Perückenmacher/-in

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Bildquellen

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