Erörterung schreiben

Erörterung schreiben

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Erörterung schreiben

Die Aufgabenstellung “Erörterung schreiben” ist dir bestimmt damals in der Schule, genauer gesagt im Deutschunterricht, begegnet. Bei einer Erörterung geht es darum, sich argumentativ mit einem Thema auseinanderzusetzen. Du beziehst demnach zu einem Problem bzw. zu einer Frage Stellung und versuchst mit Hilfe aussagekräftiger Argumente, die stets aus einer Behauptung, einer Begründung sowie einem Beispiel bestehen, deine Leserin bzw. deinen Leser von deiner Meinung zu überzeugen.

Neben dem Ziel, dein Gegenüber von deiner Auffassung zu überzeugen, sollst du auch zeigen, dass du in der Lage bist, dich mit einem bestimmten Thema kritisch auseinanderzusetzen. Das Erörtern soll beweisen, dass du zum Argumentieren fähig bist und dank gewählter Für- sowie Gegenargumente ein bestimmtes Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kannst.

Arten der Erörterung

Es gibt mehrere Arten der Erörterung, die wir dir an dieser Stelle vorstellen:

Texterörterung sowie freie Erörterung

Bei einer Texterörterung geht es darum, wichtige Stellungsnahmen aus einem Text (zum Beispiel einem Zeitungsartikel) herauszulesen und darauf aufbauend deine Erörterung zu verfassen. Du musst demnach keine eigenen Argumente finden, sondern bedienst dich der Argumente, die der Text bereits vorgibt. Eine Fragestellung könnte lauten: “Welche Argumente sprechen laut Artikel für und gegen ein Handyverbot an Schulen?”.

Bei einer freien Erörterung hingegen gibt es ein vorgegebenes Thema, zu welchem du eigene Argumente herausstellen musst. Meist gibt es eine These, die du entweder zu Beginn selbst aufstellst oder aber aus der Aufgabenstellung herausziehst. Anhand dieser vorgegebenen Fragestellung sammelst du deine Argumente durch eigenes Überlegen. Bei der freien Erörterung stützt du dich demnach nicht auf einen vorgegebenen Text. Eine Fragestellung könnte lauten: “Wie stehst du zu einem Handyverbot an Schulen?”.

Kontroverse sowie lineare Erörterung

Bei einer kontroversen Erörterung stehen sich die Pro- und Kontra-Argumente gegenüber. Du erörterst alle Argumente beider Seiten und kommst danach zu einem Fazit. Die kontroverse Erörterung wird auch dialektische Erörterung genannt. Eine Aufgabenstellung könnte lauten: “Welche Chancen und Risiken birgt ein Handyverbot an Schulen?”.

Die lineare Erörterung zeichnet sich dadurch aus, dass nur einseitige Argumente erörtert werden – die Gegenseite wird demnach vernachlässigt. Die Argumente werden nach Relevanz geordnet. In der Aufgabenstellung wird die Frage so formuliert, dass nur für die Fragestellung positive (oder negative) Argumente erörtert werden sollen. Eine Fragestellung könnte lauten: “Welche Risiken birgt ein Handyverbot an Schulen?”.

Aufbau einer Erörterung

Gedichtinterpretation, Charakterisierung oder Erörterung schreiben: Wie auch bei vielen anderen Aufsatzarten ist die Erörterung in Einleitung, Haupt- und Schlussteil gegliedert. Dabei beinhaltet der Hauptteil deine aussagekräftigen Argumente mit den jeweiligen Begründungen sowie Beispielen.

  • Einleitung: Hinführung zur Fragestellung
  • Hauptteil
    • Erstes Argument: Begründung und Beispiel
    • Zweites Argument: Begründung und Beispiel
    • Drittes Argument: Begründung und Beispiel
    • Letztes Argument: Begründung und Beispiel
  • Schlussteil: Fazit sowie Schlussgedanke

Vorarbeit

  1. Bei einer Erörterung ist das Sammeln von Argumenten essentiell. Solltest du einen Sachtext zur Erörterung vorliegen haben, lies im ersten Schritt den Text (mehrmals) aufmerksam durch und bringe ihn in einen Kontext zur Aufgabenstellung. Im Anschluss daran entscheidest du dich – je nach Aufgabenstellung – für eine kontroverse oder lineare Erörterung. Handelt es sich bei der Fragestellung um eine Entscheidungsfrage, so nutzt du immer eine kontroverse Erörterung und bearbeitest demnach die Pro- und Kontra-Argumente.
  2. Markiere dir im zweiten Schritt am besten mit zwei verschiedenen Farben die Pro- und Kontra-Argumente. Tipp: Arbeite sie stichpunktartig in einer Pro-Kontra-Tabelle heraus.
  3. Im dritten Schritt solltest du dir Gedanken zu der Gliederung deiner Argumente machen. Tipp: Bringe die Argumente mit Hilfe einer Zahlen-Rangfolge an den Seiten der Tabelle in eine Abfolge.
  4. Überlege dir im Anschluss zu jedem Argument ein Beispiel. Tipp: Visualisieren lässt sich dies zum Beispiel in einer Mind-Map.
  5. Zum Ende der Vorarbeit überlege dir, welche Seite du einnimmst. Dies ist wichtig für den anschließenden Aufbau deiner Erörterung.

Einleitung

Zu Beginn der Erörterung ist es wichtig, das Interesse beim Lesenden zu wecken. Greife das Thema der Erörterung auf und bringe es zum Beispiel mit Hilfe eines aktuellen Themas in Verbindung. Zudem ist es wichtig, die Fragestellung in der Einleitung wiederzugeben.

Ziele der Einleitung:

  • zum Hauptteil hinführen
  • das Interesse deiner Leserin bzw. deines Lesers wecken

Tipp: Nutze zur Einleitung eine provokative Frage, ein Zitat, ein Sprichwort oder einen aktuellen Beitrag aus den Nachrichten – damit ist dir das Interesse sicher!

Hauptteil

Bevor du im Hauptteil mit der eigentlichen Argumentation beginnen kannst, stellst du zunächst deine Position zur Fragestellung heraus. Du formulierst also zuerst deine These, die du anschließend mit deinen gesammelten Argumenten untermauerst.

Beachte bei der “Auflistung” deiner Argumente ob es sich um eine lineare oder kontroverse Erörterung handeln soll. Denn es gibt durchaus Unterschiede, die es zu befolgen gilt:

  • Bei einer linearen Erörterung führst du deine Argumente von schwach nach stark aus. Zu jedem Argument weist du auch das zuvor überlegte Beispiel auf.
  • Bei einer kontroversen Erörterung hältst du dich an die “Sanduhr”-Vorgehensweise. Du beginnst mit den Argumenten der Gegenseite und führst diese von stark nach schwach aus. Nach der Argumentationskette der Gegenposition musst du eine Überleitung zu der von dir gewählten Seite verfassen. Starte daraufhin mit dem schwächsten Argument der von dir gewählten Seite. Arbeite dich im weiteren Verlauf bis zum stärksten Argument durch. So bleibt am Ende der Argumentationskette das stärkste Argument deiner Position bei der Leserin bzw. bei dem Leser “hängen”.

Achte bei dem Übergang zwischen den einzelnen Argumenten auf den berühmten roten Faden. Schließlich ist es dein Ziel, dass die Leserin bzw. der Leser dir bzw. deiner Argumentation leicht folgen kann.

Nach deinem letzten Argument sowie Beispiel führst du an den Schluss deiner Erörterung heran.

Schlussteil

Am Schluss der Erörterung gilt es, die Leserin bzw. den Leser von deiner Meinung zu überzeugen. Im Grunde handelt es sich dabei um das “Fazit” deiner Erörterung. Fasse dazu deine Argumente kurz und bündig zusammen, beantworte die Fragestellung mit Hilfe deiner Argumente und schließe mit deiner ausgewählten Position ab.

Wichtig: Vermeide es, im Schlussteil weitere (neue) Argumente zu nennen! Alle Argumente müssen im Hauptteil aufgeführt werden.

Tipp: Ein gelungenes Ende rundet deine Erörterung ab, indem es an deine Einleitung anknüpft. Wenn du beispielsweise am Anfang deiner Erörterung eine provokative Frage gestellt hast, dann greife diese unbedingt auf und beantworte sie in einem Satz. So gibst du deinem Aufsatz einen logischen Rahmen. Ein Ausblick oder ein Wunsch mit Blick in die Zukunft eignen sich ebenfalls als gelungene Schlussgedanken.

Tipps: Eine überzeugende Erörterung schreiben

  • Vor dem Schreiben kommt die Vorbereitung: Überlege dir eine gute Gliederung sowie eine stichhaltige Argumentationskette.
  • Schreibe die Erörterung im Präsens.
  • Bei einer textgebundenen Erörterung solltest du den Konjunktiv verwenden, wenn du Thesen bzw. Argumente der Autorin bzw. des Autors wiedergibst. Zitate solltest du mit Seiten- bzw. Zeilenangaben belegen.
  • Vermeide Umgangssprache, denn diese lässt selbst die stärksten Argumente schwach und unprofessionell erscheinen.
  • Schreibe die Einleitung sowie den Hauptteil stets sachlich und objektiv. Erst im Schlussteil bringst du mit deiner Meinung “Subjektives ins Spiel”.
  • Vermeide Wortwiederholungen und Füllwörter (zum Beispiel „sozusagen“, „gewissermaßen“, „wohl“ und „eben“).
  • Gliedere deine Erörterung mit Überleitungen sowie Verknüpfungswörtern (zum Beispiel „daher“ oder „außerdem“).
  • Achte bei dem Argumentieren darauf, dass deine Argumente stets über eine Behauptung, eine Begründung sowie ein Beispiel bestehen.
  • Qualität vor Quantität: Nicht die Menge der Argumente garantiert eine gelungene Erörterung. Viel wichtiger ist, dass die gewählten Argumente stichhaltig begründet sind.
  • Die Beispiele sollten möglichst nachvollziehbar sein. Wissenschaftliche Fakten oder Beispiele aus der eigenen Erfahrung eignen sich dafür bestens.
  • Lies deinen Aufsatz vor der Abgabe Korrektur und prüfe vor allem deine Rechtschreibung sowie deinen Ausdruck.

Eine Erörterung schreiben: Formulierungstipps 

Einleitung:

  • Zunächst werde ich auf die Vorteile eingehen und daran anschließend die Nachteile verdeutlichen.
  • Im Folgenden werde ich erörtern, welche Argumente dafür und welche gegen die These “…” sprechen.
  • Im nachfolgenden Text werde ich mich mit dem Thema “…” argumentativ auseinandersetzen.

Hauptteil:

  • Zahlreiche Argumente sprechen für/gegen …
  • Einerseits … andererseits…
  • Dafür/Dagegen spricht, dass …
  • Dabei muss auch bedacht werden …
  • Ein Beispiel hierfür ist …
  • Das lässt sich gut mit folgendem Beispiel belegen …

Schlussteil:

  • Aus diesen Gründen bin ich der Auffassung, dass …
  • Aus diesen Gründen vertrete ich den Standpunkt …
  • Am meisten überzeugen mich die Argumente …
  • Eine mögliche Lösung sehe ich in…
  • Als Kompromiss schlage ich vor …

Wenn du diese Tipps beherzigst, wird dir das Thema “Erörterung schreiben” keine Schwierigkeiten mehr bereiten.

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