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Im April 2019 wurde das Studium von „Verwaltungsmanagement zur Diplom- Verwaltungsfachwirtin/-wirt für die öffentliche Verwaltung“ in „Bachlor of Laws in Public Administration“ umgestellt. Wir veröffentlichen hier die Änderungen zum Auswahlverfahren und persönliche Erfahrungen einer Bewerberin für ein Duales Studium im nicht-technischen Dienst bei der Bundeswehr (Bachlor of Laws in Public Administration).

1.   Voraussetzungen für die Einstellung

  • Das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben

o In besonderen Fällen kann von der Altersgrenze abgewichen werden

  • Deutsche Staatsbürgerschaft gemäß Artikel 116 des Grundgesetzes

  • Jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes einzustehen

  • Mind. Fachhochschulreife

  • Die erforderliche persönliche und fachliche Eignung für das spätere übertragende Amt

  • Uneingeschränkte Versetzungsbereitschaft

  • Freiwillige Teilnahme an Auslandseinsätzen

  • Bewerbungsfrist bis 28. Februar 2021 für die Einstellung ab Oktober 2021

2.  Bewerbung

Die Bewerbung kann ist rein online. Bewerbungen in Papierform werden laut der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung nicht berücksichtigt.

Bei Fragen würde ich aber vorher immer erst telefonieren bzw, ein Beratungsgespräch vereinbaren. An diese Adresse kann man sich wenden.

Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr Assessmentcenter für Führungskräfte

Referat 1 – Ziviles Bewerbungsmanagement

Telefon: 02203 105 2712

Die Bewerbungsfrist gilt bis Anfang Oktober des jeweiligen Jahres. Dieses Jahr war es der

  • Oktober. Die Einstellung erfolgt entweder zum 01.04. oder zum 01.10. des nächsten Jahres als „Regierungsinspektoranwärter/in (m/w/d).

Der Bund hat sich die berufliche Förderung von Frauen auf die Fahne geschrieben, deshalb sind Bewerbungen von Frauen sehr gern gesehen. Schwerbehinderte Menschen werden bei gleiche Eignung vorrangig berücksichtigt, allerdings muss ein Mindestmaß an körperlicher Eignung, die Bedingung. Weiterhin freut sich der Bund, wenn sich Menschen mit Migrationshintergrund bewerben.

Das duale Studium richtet sich vor allem an Bewerber/-innen, die noch über kein abgeschlossenes Studium verfügen.

Zu den vollständigen Bewerbungsunterlagen gehören:

  • Bewerbungsschreiben
  • Lebenslauf
  • Schul-/Arbeitszeugnisse und sonstige Nachweise

Alles bitte als zusammenhängende PDF-Datei bis max. 10MB per E-Mail versenden.

3.   Inhalte des Studiums

Zum Beginn des Studiums wird man in der Laufbahnausbildung zur Beamtenanwärterin/-anwärter ernannt. Die Bezeichnung ist auch unter Beamtin/Beamter auf Widerruf bekannt.

Ein großer Vorteil ist, dass am Campus Brühl bzw. campusnah wohnen und vergünstige Mahlzeiten sowie das große Serviceangebot wahrnehmen kann. Weiterhin ist man mit ca. 1500€ Anfangsgehalt (Anwärterbezüge) während des Studiums finanziell abgesichert und braucht nicht mehr nebenher arbeiten gehen. Nach der dreijährigen Probezeit werdet ihr zum Beamten auf Lebenszeit benannt.

Das Studium beinhaltet:

  • 6 Semester

  • Fachstudien mit berufspraktischen Anteilen
    • Davon vier theoretische Studiensemester, zwei Praxissemester

  • Studienabschluss „Bachlor of Laws (LL.B)
    • Mit Abschluss erlangt ihr die Laufbahnbefähigung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst

  • Insgesamt sind 180 ECTS erreichbar
    • In 20 Theoriemodulen, 4 Praxismodulen
    • Basis-, Aufbau-, Wahlpflichtmodule
    • In den vier Praxismodulen durchlauft ihr verschiedene Stationen der Bundeswehrverwaltung

  • während verschiedenen Lehrgängen erlernt ihr den Umgang mit Hard- und Software zB. SAP, Microsoft

  • Abschluss mit
    • Modulprüfungen
    • Bachlorarbeit
    • Verteidigung der Bachlorarbeit
    • Fachbezogene mündliche Prüfung
    • Danach Ernennung zur „Beamtin bzw. zum Beamter auf Probe“

4.   Einstellungstest

Nachdem die Bewerbung erfolgreich abgeschickt ist, dauert es etwas, bis ihr zu dem Einstellungstest eingeladen erdet. Rechnet ungefähr einen Monat bis zu sechs Monaten Bearbeitungszeit. Die braucht ihr aber auch zur gründlichen Vorbereitung.

Der Einstellungstest geht über einen ganzen Tag und besteht aus:

  • Einem schriftlichen,
  • Einem computerunterstützten und
  • Einem mündlichen Teil

4.1   – Der schriftliche Teil

Im schriftlichen Teil werden zum einen Eure Rechtschreibung, Eure Grammatik und zum anderen Euer Ausdruck und Formulierungsfähigkeiten getestet. Eine Bewerberin berichtete, sie habe einen Fall lösen müssen. Vorgegeben waren einige Gesetztestexte.

Fallerläuterung:

Ein Mann fährt über die Autobahn zur Arbeit. Auf seinem Arbeitsweg sollte er noch einen Arbeitskollegen mitnehmen. Während er die Autobahn auf der Abfahrt verlassen wollte, geschieht ein Unfall (was genau, wurde nicht berichtet). Der Fahrer ruft daraufhin die Versicherung an und möchte den Schaden anzeigen. Er gab an, was alles im Auto transportiert wurde und wollte sofort wissen, was davon alles abgesichert ist und welche Sachen nicht.

Die Bewerberin musste das Antwortschreiben für den Unfallbeteiligten formulieren und mithilfe der vorgegeben Gesetztestexte, dem Mann mitteilen, was gesetzlich versichert und für welchen Teil er selbst aufkommen müsse.

4.2   – Der Computerteil

Hier werden normale Einstellungsfragen bzw. Einstellungsaufgaben gestellt. Hilfe findet ihr hier.

Zum Beispiel:

  • Matheaufgaben alles ohne Taschenrechner und Zeitbegrenzung
    • Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division
    • Klammerrechnung
    • Potenzaufgaben
    • Gleichungen

  • Logikaufgaben zum Teil Multiple Choice Aufgaben
    • Matrizen
    • Sprach-/Wortanalogien, Rechtschreibung
    • Zahlenreihen

  • – der mündliche Teil

Hier musste die Bewerberin einen Zettel ziehen. Auf dem Zettel stehen drei Themen und eins konnte sie sich aussuchen. Ihr Thema lautete „Die Digitalisierung der heutigen Jugend“. Die Vorbereitungszeit betrug 30 Minuten und in zehn Minuten musste sie ihre Ergebnisse präsentieren.

Nach dem Vortrag kam es dann zum Interview. Hier wurden viele Fragen zur Bundeswehr gestellt.

Zum Beispiel

  • Wie ist die Bundeswehr aufgebaut?
    • Was ist ihr Auftrag?
    • In welchem Artikel des Grundgesetzes ist etwas über die Legitimation der Bundeswehr beschrieben (Art. 87a / 87b GG)
    • Wer ist unsere Verteidigungsministerin?

  • Wer ist unsere Kanzlerin?
    • Wie läuft das Beteiligungsverfahren des Parlaments zum Mandatsbeschluss für Auslandseinsätze ab? Wer ist daran beteiligt?
    • Wie ist der Auftrag des Auslandseinsatzes in Afghanistan „Resolute Support“?
    • Können Sie sich vorstellen eine Waffe zu tragen?
    • Können Sie sich vorstellen, in den Auslandseinsatz zu gehen?
    • Steht ihre Familie diesbezüglich hinter Ihnen?
    • Wie stehen Sie zum Thema „Kameradschaft“?

Danach kamen wohl einige Fragen zum persönlichen Lebenslauf, beruflichen Werdegang, Hobbies und zum Schluss stellten sie Fragen zum Studium.

Zum Beispiel:

  • Erläutern Sie die Trennung von Bundeswehr und Verwaltung.
    • Was sind die Inhalte des Studiums?
    • In welche Abschnitte ist das Studium aufgebaut?
    • Welche Lerninhalte werden vermittelt?
    • Wo ist der Ort des Studiums?

Wer so ein Bewerbungsgespräch noch nie gemacht hat, der sollte nicht erschrecken. Es sitzen einem mindestens drei menschliche Prüfer gegenüber. Mit ihnen führst du dann das Interview.

  1. Ein Justiziar aus dem höheren Dienst
    1. Ein Verwaltungswirt, der der Ausbildungsbeauftragte des jeweiligen Budneswehrdienstleistungszentrums ist
    1. Eine bzw. ein Psychologin/Psychologe

5.  Zukunftsaussichten

Wenn ihr das Studium erfolgreich abschließt, seid ihr Beatmtin/Beamter auf Lebenszeit und das kann euch – sofern ihr euch nichts zu Schulden kommen lasst

– niemand mehr nehmen.

Zum Thema Versetzung. Grundsätzlich seid ihr bundesweit versetzbar, aber ihr dürft drei Wünsche äußern, wo ihr es euch am besten vorstellen könnt. Ob das nun berücksichtigt wird, entscheidet zum einen die Bundeswehrverwaltung und zum anderen der Bedarf. Dennoch habt ihr einen wirtschaftlich krisensicheren Beruf.

Ihr könnt zum Beispiel im Bereich Beschaffungswesen, Finanzen, Controlling, Personalwesen oder im Infrastrukturmanagement sowie im Bereich Umweltschutz eingesetzt werden. Die Bundeswehr bzw. der Bund bildet in der Breite aus. Die Tiefe erfahrt ihr dann an eurem Arbeitsplatz. Ihr seid Experte für alle Soldaten sowie Arbeitnehmer im In- und Ausland.

6.   Warum bei der Bundeswehr bewerben?

Die Bundeswehr beschäftigt rund 262.000 Menschen in ganz Deutschland und zählt somit zu den größten Arbeitgebern in der Bundesrepublik. Das Einstiegsgehalt beläuft sich ab 1500€. Weiterhin könnt ihr entweder im Campus oder campusnah wohnen und vergünstigte Mahlzeiten zu euch nehmen. Sie gewährt euch den Zutritt zu vielen verschiedenen Servicefeldern. Darunter zählen nicht nur die beruflichen, sondern auch private. Jeder, der bei der Bundeswehr angestellt ist, hat über das Freizeitbüro Zugang zu Vergünstigungen und das für die ganze Familie.

Weiterhin ist die Bundeswehr mit eigenen zB. Kindergärten und geregelten Arbeitszeiten bzw. Gleitzeit viel familienfreundlicher geworden. Das Gehalt sowie der Dienstgrad steigt mit der Erfahrung und den Jahren. Enddienstgrad ist die Regierungsamtfrau/- mann, was mit einem Hauptmann vergleichbar ist. Ihr habt intern Weiterbildungschancen und müsst diese nicht von eurem Gehalt zahlen. Die Teilnahme am Auslandseinsatz ist freiwillig. Solltet ihr euch für einen Einsatz entscheiden, müsst ihr vorher eine kurze militärische Ausbildung durchlaufen. In welchem Umfang ist immer von eurem jeweiligen Dienstposten im Ausland abhängig.

7.  Quellen

https://www.bundeswehrkarriere.de/bachelor-public-administration/138402

https://www.bundeswehr.de/resource/blob/256480/573dab81fd72ab213a0e7b48db4ab754/Modulhandbuch_ FSG_2019_09_30.pdf

https://www.bundeswehrforum.de/forum/index.php?topic=63758.105

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  • verwaltung-regensburg: Pixabay