Wehrpflicht in Deutschland im Kriegsfall

Hallo und herzlich willkommen zu dieser Lektion von Plakos. In diesem Beitrag informieren wir dich über Grundlegendes zur Wehrpflicht in Deutschland.

Geschichtlicher Hintergrund

Bevor wir auf die aktuelle Situation eingehen, geben wir einen kurzen Rückblick zum Thema Wehrpflicht in Deutschland. 

2011 wurde die Wehrpflicht nach 55 Jahren im zuge der Streitkräftereform ausgesetzt. Wichtig hierbei ist: Die Wehrpflicht wurde ausgesetzt, nicht abgeschafft.

Im Wehrrechtsänderungsgesetz von 2011 heißt es: „Das Ende der Dienstpflicht gilt jedoch ausschließlich in Friedenszeiten, im Spannungs- oder Verteidigungsfall kann sie wieder aktiviert werden. 

Die Bundeswehr sollte von damals 255.000 Soldatinnen und Soldaten auf 185.000 verkleinert werden. Im März 2022 steht sie bei ca. 183.000 Soldaten.

Was geschieht im Kriegsfall / Spannungsfall?

Ob ein Spannungsfall eingetreten ist, muss laut Grundgesetz der Bundestag mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit beschließen. Dann könnten alle Deutschen Männer vom vollendeten 18. Lebensjahr bis zum 60. Lebensjahr  einberufen werden. 

Im Gegensatz zur Wehrpflicht im Kriegsfall ist die Altersgrenze zur Heranziehung für den Grundwehrdienst das 23. Lebensjahr. Somit muss hier klar zwischen dem Grundwehrdienst und dem Wehrdienst im Kriegsfall unterschieden werden.

In der Praxis leisteten in der Vergangenheit ca. ⅓ der Männer eines Jahrganges den Grundwehrdienst, etwa ein weiteres Drittel den Zivildienst und ein weiteres Drittel wurde ausgemustert oder aus anderen Gründen nicht zum Dienst verpflichtet.

Wie lange dauert die Wehrpflicht?

Zuletzt betrug die Wehrdienstdauer 6 Monate.

Was wird gerade diskutiert?

Die aktuelle Diskussion zum Thema Wehrpflicht aufgrund der russischen Invasion in der Ukraine dreht sich vor allem um ein soziales Pflichtjahr, sowohl für Männer als auch für Frauen. Ein solcher Dienst würde sich nicht auf die Bundeswehr beschränken, sondern auch den Pflege- und Sozialbereich sowie THW, Feuerwehr oder Vereine berücksichtigen. 

Aktuell scheint eine Debatte über eine allgemeine Wehrpflicht überflüssig zu sein. Führende Verteidigungsexperten wie Roderich Kiesewetter  sagen, dass die aktuellen Kapazitäten in den Kasernen für solche Pläne nicht ausreichen.

Was passiert mit Männern die herangezogen werden?

Bleibt jedoch die Frage, was ein Wehrpflichtiger überhaupt machen bzw. wofür er eingesetzt werden würde. 

Da es sich in der aktuellen Debatte nicht um Kriegsdienst im herkömmlichen Sinne, sondern eine Wiedereinführung des Grundwehrdienstes handelt, ist es einfacher sich am früheren Wehrdienst zu orientieren. 

Bis 2011 wurden Grundwehrdienstleistende in der gesamten Bundesrepublik  grundausgebildet und im Anschluss daran in ihre neue “Stammeinheit” versetzt. 

Hier leisteten sie ihren Dienst abhängig vom Aufgabenfeld der Einheit bis zum Ablauf ihrer Grundwehrdienstzeit.

Warum müssen Frauen in Deutschland nicht dienen?

Hierbei bleibt zu sagen, dass das soziale Jahr in welchem der Grundwehrdienst einen Teil bilden soll zwar für Männer und Frauen bindend wäre, jedoch gemäß Grundgesetz der Wehrdienst nur Männer verpflichtend ist. 

Für Frauen steht der Weg in die Streitkräfte daher auf freiwilliger Basis offen. Anders macht es Norwegen, hier ist der Wehrdienst für Männer wie Frauen gleichermaßen Pflicht.

Das war unser Einblick in das Thema Wehrpflicht in Deutschland. 

Wenn du Fragen zum Wehrdienst oder Interesse an anderen Laufbahnen hast, schreib sie uns gerne in die Kommentare!

Machs gut und bis zum nächsten Mal!

Dein Team von Plakos.

Quellen:
https://www.tagesschau.de/inland/debatte-wehrpflicht-101.html
https://www.businessinsider.de/politik/deutschland/zehn-jahre-nach-ihrem-ende-bringt-der-ukraine-krieg-in-deutschland-die-wehrpflicht-zurueck-a/

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