Betriebswirtschaft (IHK) für Selbstständige – Grundlagen und praktische Tipps

Eine Geschäftsidee ist geboren und  mit ihr oft die Zweifel an den eigenen Unternehmerqualitäten. Verständlich, dass sich ein Handwerker, ein Programmierer oder ein Therapeut fragen, ob sie das betriebswirtschaftliche Knowhow mitbringen, um ein Unternehmen erfolgreich führen zu können. Selbst wenn externe Dienstleister zur Verfügung stehen, die Buchhaltung oder Angebotserstellung übernehmen, so muss der Chef vom Ganzen, doch in der Lage sein, die wirtschaftliche Situation seines Geschäfts, realistisch einschätzen zu können. Das ist erlernbar!

Grundlagen in BWL – Fortbildung oder sogar Studium?

Mit einer Existenzgründung begibt sich der Gründer in ein unternehmerisches Risiko. Kann er dies aufgrund fehlender Fachkenntnisse nicht einschätzen, muss er sich entweder auf den Rat anderer verlassen, was zu einem teuren Rat werden kann oder darauf hoffen, dass er einfach Glück hat. Wie fatal sich fehlende Betriebswirtschaftskenntnisse auswirken können, zeigt ein privater Fernsehsender regelmäßig anhand von gastronomischen Betrieben. Ein Profi wird zur Hilfe gerufen, um das Restaurant zu retten. Dabei trifft er auf ambitionierte Köche, deren Essen zum niederknien schmeckt und motivierte Restaurantleiter, die ein Unternehmen mit Potential aufgrund von Fehlkalkulationen gegen die Wand fahren. Dabei werden so viele Fortbildungen angeboten, die sogar förderfähig sind und für Existenzgründer oft  noch einmal besondere Konditionen präsentieren. 

Von A wie Abschreibungen bis Z wie Zollerklärung

Wer wirklich von der Pike auf in die Betriebswirtschaft einsteigen will, sollte sich über Inhalte und Dauer eines Studiums wie z.B. Betriebswirt IHK informieren. So ein Studium ist berufsbegleitend zu bewältigen und fällt als Aufstiegsfortbildung ggf. in die Förderfähigkeit über das Qualifizierungschancengesetz. Ob die eigenen Voraussetzungen zur Studierfähigkeit gegeben sind, zeigt ein kurzer Test. Onlinekurse bieten sehr viel Komfort für den Studierenden, weil er ortsunabhängig an den Seminaren teilnehmen kann.

Inhaltlich bietet das Studium alles vom Rechnungswesen bis zum Marketing. Es richtet sich natürlich nicht nur an Selbstständige. Auch Ingenieure und Techniker, die ins mittlere Management aufsteigen wollen, profitieren von diesem Abschluss. 

Bei den meisten Anbietern ist die Ausbildereignung in den Fortbildungen integriert, was für Existenzgründer bedeutet, dass sie mit dem Abschluss auch direkt als Ausbildungsunternehmen agieren können. 

Das kleine Einmaleins

Verschiedene Fort- und Weiterbildungen bieten sich für Gründer an, die bereits ein Grundwissen in betriebswirtschaftlichen Fragen mitbringen und in spezifischen Themengebieten eine Intensivierung oder Auffrischung brauchen. Auch hier sind viele Angebote förderfähig und ebenfalls als Onlinekurse konzipiert. 

Der Vorteil ist, dass diese Kurse schnell die vorhandenen Wissenslücken schließen, preiswerter und von kürzerer Dauer sind. Sie eignen sich für Personen mit kaufmännischen Vorerfahrungen und als Auffrischung für Betriebswirte, die nach dem Studium nicht in allen Aufgabenbereichen gearbeitet haben, die auf einen Unternehmer zukommen. 

Elektronische Datenverarbeitung

Je nach eigenem Interessengebiet, spielt die Computernutzung keine große Rolle im präunternehmerischen Leben. Befragungen haben gezeigt, dass sich Anwender, die soziale Netzwerke nutzen, Mails schreiben und im Internet recherchieren können, sich für computeraffin halten. Doch an speziellen Formatierungen in einem Worddokument oder gar an einer Exceltabelle, scheitern schon viele. Hier reichen Grundkenntnisse nicht aus und jeder sollte sich auf einen Level bringen, dass er in Kalkulationsprogrammen zumindest einfache Funktionen anlegen kann und in der Textverarbeitung nicht an Tabulatoren oder Zeilenabständen scheitert. Hier gibt es sehr gute kostenlose Onlinekurse, die nach einem Selbsttest die Lerninhalte auf den persönlichen Bedarf abstimmen. 

Berufsbegleitendes Studium – Learning by Doing

Ideal wäre es natürlich, sich die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse bereits vor der Unternehmensgründung anzueignen. Doch Gründer kennen dies. Wenn die Idee da ist, dann wird Warten zur Qual. Zu groß die Angst, dass ein anderer mit der Idee frühere Erfolge feiert. Aber mindestens genauso groß der Wunsch, seine Idee der Welt mitzuteilen. Das berufsbegleitende Studium ist hier ein perfektes Konzept, um quasi aus den Gründer-Kinderschuhen heraus zu wachsen. Theoretisches Wissen in der Praxis anwenden. Gibt es bessere Methoden, um Kenntnisse zu verinnerlichen? Um das Risiko zu senken, sich falsches Wissen anzueignen, können Gründungsberater hinzugezogen werden, die Fehlentwicklungen feststellen und korrigierende Vorschläge machen. Diese Beratung ist für Existenzgründer mit staatlichen Förderinstrumenten versehen und gibt dem Jungunternehmer Sicherheit. 

Ein fundiertes Fachwissen ist immer von Vorteil. Ist die Geschäftsidee erfolgreich, wird das Unternehmen schnell wachsen und der Geschäftsführer steht vor neuen Fragen auf die er gute Antworten finden muss. Mit steigenden Umsätzen und Gewinnen, steigt die Verantwortung und auch die rechtlichen Vorgaben werden immer umfangreicher. Umsatzsteuervoranmeldungen, Unternehmensform und Haftung sind Themen, mit denen Laien schnell überfordert und gerade im Erfolgsfall bald konfrontiert sind. 

Selbst wenn der Worst Case eintritt und ein Unternehmen nicht Bestand hat, bringt so ein Studium deutlich bessere Karrierechancen mit sich. Betriebswirte werden als Allrounder gesehen, weil sie in alle Unternehmensbereiche Einblicke gewinnen. Vom Personalwesen bis zum Marketing gibt es keinen Bereich, in denen der Betriebswirt sich fremd fühlt. Entsprechend breit ist das Angebot an lukrativen Stellenangeboten mit spannenden Aufgaben. 

Vom Gründer zum Coach

Erfolgreiche Unternehmer werden von kreativen Köpfen, die sich ebenfalls mit dem Gedanken tragen, sich selbstständig zu machen, gern als Ansprechpartner für Tipps und Fragen  gewählt. Unternehmensberater und selbst psychologische Coaches haben meistens einen wirtschaftlichen Background und oft sogar erst den Abschluss als Betriebswirt erworben und sich später als Coach qualifiziert. Der gute Unternehmer kennt zwar seine Konkurrenz, versucht aber auch Kooperationen einzugehen, um seinen eigenen Erfolg zu sichern. Die Erfahrungen sind Gold wert, was volle Säle bei Vorträgen und gut besuchte Lesungen beweisen, wenn erfolgreiche Unternehmer auftreten. Die Skills eines Existenzgründers müssen in der aktuellen Zeit auf alle Gebiete verteilt sein. Menschlich müssen sie ebenso überzeugen wie fachlich. Authentizität und Eloquenz sind ebenso gefragt wie Branchenkenntnisse und Fachwissen.  

Fazit: Erfolgreiche Existenzgründer analysieren ihre Potentiale. Sie nutzen ihre Stärken und arbeiten an ihren Schwächen. Betriebswirtschaft ist ein Thema, an dem kein Gründer vorbei kommt, egal ob er als Einzelkämpfer Bücher schreibt oder Webseiten designt oder ob er mit Angestellten an den Start geht. Ist die Unsicherheit bei den betriebswirtschaftlichen Grundlagen zu groß, kann eine nebenberufliche Selbstständigkeit eine Option sein. Zwar gibt es dann eine Mehrfachbelastung durch eine feste Stelle, das Studium und den Geschäftsaufbau, aber zumindest immer noch eine unterhaltssichernde Einkommensquelle. No Risk, no Fun ist für Unternehmer sicher nicht der beste Leitspruch. Doch wer sein Risiko kennt, kann sich darauf einstellen. Das gilt in jedem Bereich des Lebens, bei Existenzgründern und Unternehmern aber besonders.

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