Erfahrungsbericht Bewerbung Bundeswehr: Erhalte Tipps eines Bundeswehrbewerbers

Eine Karriere bei der Bundeswehr wird von für vielen Bewerbern und Bewerberinnen angestrebt. Dich auch? Dann ließ Dir unbedingt diesen Erfahrungsbericht durch, der uns netterweise von einem Bundeswehrbewerber, der gerne anonym bleiben möchte, zur Verfügung gestellt worden ist. 

 

Erfahrungsbericht Bewerbung Bundeswehr (Offizierslaufbahn)- Erhalte hilfreiche Tipps (Auszug)

 

Auswahlverfahren Tag 1

„An der Kaserne bin ich um ca. 13:30 Uhr angekommen, wo ich dann mit den ersten Mitbewerbern reden konnte. Ich musste den Koffer mit der Jacke hinten im Gang hinter der Information ablegen, um dann den Schlüssel und den Willkommensgruß (eine laminierte Karte mit den Regeln) zu erhalten. Ich hatte anschließend eine halbe Stunde Zeit, mein Bett zu beziehen und zu meinem Glück hatte ich ein 2-er Zimmer und kein 4-er Zimmer, wie die anderen. Das Zimmer habe ich mir mit einem Unteroffizier geteilt, der ebenso die Offizierslaufbahn anstrebte. Um 14:00 wurden wir nach unten gebeten und haben dann eine Instruktion über den Ablauf der nächsten Tage erhalten.

Anschließend sind wir dann über das Kasernengelände bis zum Gebäude B gelaufen. Dort haben wir weitere Erklärungen zu Auslandseinsätzen bekommen, auf welche ein großer Wert gelegt wurde, da man als Offizier ins Ausland gehen wird. Im Laufe des Abends hat ein Offizier der Luftwaffe eine Power-Point-Präsentation mit den grundlegenden Informationen über die Bundeswehr (Streitkräfte, Gattungen, Orte…) vorgestellt. Vor der Präsentation bekamen wir dann ein paar Zettel mit Fragen, die wir dann an dem zweiten Tag, vor dem Aufsatz abgeben mussten. Dies war eine Art Fragebogen mit Fragen wie 

  • „Warum die Bundeswehr?“, 
  • “Warum Offizier?“ oder
  • „Was muss ein Offizier in deinen Augen haben?”.

Nach der Präsentation haben wir den Laufzettel bekommen, eine Art Stundenplan, in welchem stand, wann wir wo zu sein haben. Nach der Besprechung hatten wir dann Zeit zum Griechen zu gehen und uns etwas zu essen zu holen. Dort konnten wir dann den zwei Offizieren der Luftwaffe und Heeresfliegern Fragen zum Beruf als Soldat stellen, da diese unsere Ansprechpartner über die 3 Tage waren. Über die Nacht bis zum nächsten Tag sollten wir die Sicherheitserklärung und den Fragezettel fertigstellen.“

 

Auswahlverfahren Tag 2

„Am zweiten Tag bin ich um 4:40 aufgestanden, da wir um 06:15 die Prüfung hatten.“

Deutsch

„Bei der Prüfung sollte man einen Aufsatz über zwei ähnliche Wörter schreiben, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Wörter. Meine Wörter waren Märchen und Legenden. Für den Aufsatz hatten wir eine halbe Stunde Zeit. Nachdem dieser Aufsatz fertig war, mussten wir dann zur nächsten Station.“

 

Ärztliche Untersuchung

„Meine zweite Station war der ärztliche Test. Dieser umfasste den Sehtest, Hörtest, BMI, usw. Wir mussten sogar Urinproben abgeben, damit man im Falle Drogen nachweisen könne.“

 

CAT-Test

„Im Laufe des ganzen Tages befolgte ich dann den Laufzettel. Die nächste Station war der CAT-Test, ein Computertest, in welchem logisches Denken (Matrizen), Mathe und grundlegende Fragen gestellt wurden.“

 

Persönlichkeit

„Anschließend durfte ich dann etwa 100 Fragen beantworten, die dann dem Psychologen als Stütze dienen, um deine Person besser kennenzulernen. Bei diesen Fragen ging es u.a. um Drogenkonsum, Alkoholkonsum, Werte wie Hilfsbereitschaft und teamorientiertes Arbeiten. Formuliert war das Ganze als Aussage z.B.: „Für mich steht Hilfsbereitschaft an erster Stelle“. Diese sollte man dann von 1 bis 5 bewerten, je nachdem, wie es selbst auf einen zutrifft.“

 

Gruppendiskussion

„Mittags hatte ich das Gruppengespräch und folgend das psychologische Gespräch. Bei dem Gruppengespräch hatten wir 3 Aufgaben.

Bei der ersten Aufgabe waren wir eine Campinggruppe, in welcher 3 Aufsichtspersonen auf jeweils 3 Kinder aufpassen sollten. Die Aufgabe bestand darin, den besten und kürzesten Weg zur Herberge zu wählen. Entweder den steilen und schnellen Weg zum Hotel, da man kein Netz im Wald hatte oder den anderen Weg, der nicht so steil ist, jedoch deutlich länger dauern würde. Das Problem daran war, dass zwei Kinder mit dem Fahrrad zusammengestoßen sind und nicht mehr weiterfahren konnten.

Der zweite Teil war eine Problemstellung, in welcher nur ein Ticket für ein Konzert einer Lieblingsband zur Verfügung stand. Es war nur eins, jedoch drei Personen, die das Ticket haben wollten. Dementsprechend musste man argumentieren und diskutieren, um klarzustellen, dass man selbst die beste Person für das Ticket sei.

Im letzten Teil sollte man eine Präsentation vor den 2 Bewerbern und vor dem Bewertungskomitee (2 Psychologen und 1 Offizier) halten. Mein Thema war die Entscheidung zwischen zwei Bands für den Schulball.“

Psychologisches Interview

„Nach dem Gruppensituationsgespräch kam das psychologische Gespräch, in welchem ich meinen Standpunkt gegenüber dem Offizier und dem Psychologen verteidigen sollte. Dabei verwendeten sie die, am ersten Tag beantworteten Fragen. Nach dem Gespräch bekam man dann nach 30-minütiger Wartezeit gesagt, ob man die Offizierseignung bekommt oder eben nicht.“

 

Auswahlverfahren Tag 3

„Am dritten Tag bin ich gegen 5:00 Uhr aufgestanden, da wir etwas später bei der ersten Prüfung sein sollten. Meine erste Prüfung am dritten Tag war die fliegerische Eignungsprüfung Teil 1. Dieser Test war zusammengesetzt aus zwei Teilen.“

Technik

„Der erste Teil war ein Physiktest, in welchem Gewichts- und Druckfragen, Zahnräder usw. gestellt wurden. Grundlagen der Physik sollte man also beherrschen.“

Konzentration

„Der zweite Teil war ein Test, in welchem man bestimmen musste, wie viele Links und Rechtskurven zu sehen sind.“

Sport

„Im Anschluss stand bei mir der Sporttest an. Dieser setzte sich aus 3 Kategorien zusammen: dem Sprinttest, dem Klimmhang und zum Schluss der Ergometer-Test. Bei dem Sprinttest musste mal 11 mal 10 Meter sprinten, bei dem Klimmhang mindestens 5 Sekunden hängen und bei dem Ergometer Test 3 Kilometer innerhalb von 6.30 Minuten absolvieren.“

 

Ergebnis & Einplanung

„Danach wurde man dann vom Einplaner aufgerufen und besprach mit ihm die Einplanung in die Bundeswehr, ob man direkt übernommen oder, ob man auf der Warteliste stehe. Dabei besprach dieser die Ergebnisse der zwei Prüfungstage mit mir. 

Zum Schluss ging es dann zu dem Sicherheitsbeauftragten, bei welchem ich die zuvor eingetragenen Informationen zur Sicherheitserklärung bestätigt habe. Danach konnte man nach Hause gehen.“

 

 

 [Es handelt sich hierbei um einen echten Erfahrungsbericht eines Bewerbers. Bitte bedenke, dass sich die Angaben ändern können und somit keine Gewähr für die Richtigkeit der Inhalte übernommen werden kann.]

August 2021

 

Bildquellen

  • Bundeswehr Eignungstest Vorbereitung Plakos Akademie: AdobeStock

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