Dein Weg in den Justizdienst: Der Einstellungstest für Gerichtsvollzieher
Du willst gut vorbereitet in den Einstellungstest des Gerichtsvollziehers gehen? Dann solltest du wissen, wie die Aufgaben des Einstellungstests für den Gerichtsvollzieher aufgebaut sind. Oft ist dieser auch ein Teil des Auswahlverfahrens für den mittleren Justizdienst. Die Anforderungen an angehende Justizbeamte sind hoch, da sie eine verantwortungsvolle Schnittstelle zwischen Staat und Bürger bilden. In der Regel werden folgende Kompetenzbereiche geprüft:
- Allgemeinwissen
- Merkfähigkeit und Gedächtnis
- Konzentration
- Mathematik
- Deutschkenntnisse
- Zertifikat
- Rollenspiel
- Assessment-Center
Meistens dauert der Test 60–120 Minuten. Außerdem erwarten einen noch ein Persönlichkeitstest und das Assessment-Center. Hier kommen Aufgaben wie Rollenspiele und Vorstellungsgespräche. Aufgrund der weitläufigen Aufgaben ist es wichtig, sich vernünftig vorzubereiten. Eine strukturierte Herangehensweise hilft dir dabei, auch unter Zeitdruck einen kühlen Kopf zu bewahren und deine Fähigkeiten präzise abzurufen.
Keine Panik – so läuft das Auswahlverfahren ab!
Nachdem deine Bewerbung eingeschickt wurde, geht diese in die Vorauswahl. Wenn deine Bewerbung bis hierhin alle Voraussetzungen erfüllt hat, wirst du in das Auswahlverfahren eingeladen. Als Nächstes kommt der schriftliche Einstellungstest. Dieser findet am Computer statt und beinhaltet die Themen Sprache, Mathe, Logik, Allgemeinwissen und Konzentration. Das Assessment-Center und Rollenspiel finden während des mündlichen Auswahlverfahrens statt, was nach dem schriftlichen Einstellungstest eingeplant ist. Bei manchen Gerichten wird danach noch eine ärztliche Untersuchung durchgeführt, um die Dienstfähigkeit für die Beamtenlaufbahn sicherzustellen.
Wie bereite ich mich am besten vor?
Bevor du dich ans Lernen setzt, solltest du dir erstmal eine Routine aufbauen, damit du dich effektiv vorbereiten kannst, ohne dich dabei zu übernehmen. Zielführend ist es, täglich zwischen 30 und 45 min zu üben. Während dieses Fensters solltest du dich auf ein Themenfeld fokussieren. Jegliche Ablenkung wie Handy und Fernseher sollte abgeschaltet und aus der Reichweite sein.
Optimal wäre es, wenn du deinen täglichen Fortschritt festhältst und vorausschauend planst, welche Aufgabenbereiche du üben willst, welche vielleicht öfter durchgegangen werden müssen und welche du schon gut beherrschst. Am besten wäre für dies ein Lerntagebuch. Sollte dir dies schwerfallen, kannst du unseren Online-Testtrainer als Unterstützung und Leitfaden nutzen, der dir einen klaren Lernpfad vorgibt.
Einstellungstest Gerichtsvollzieher
- Interaktive Übungsaufgaben & Lösungen
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Diese Aufgaben erwarten dich als Gerichtsvollzieher!
Dich erwarten Aufgaben wie Entscheidungen vor dem Gericht zu treffen, Urteile durchzusetzen und Beschlüsse zu fassen. Weitere Tätigkeitsbereiche, in denen du tätig sein wirst, sind die Pfändung und Versteigerung von Immobilien und Besitztümern. Auch die Übergabe von Pfändungs- und Vollstreckungsbescheiden fällt in deinen Tätigkeitsbereich. Aufgrund dieser Aufgaben, die dich in deinem Alltag begleiten werden, ist es wichtig, dass du Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit als deine wichtigen Eigenschaften zählst. Du bist das Gesicht der Justiz im Außendienst und musst auch in schwierigen Situationen professionell und deeskalierend wirken.
So bereitet Plakos dich auf deinen Einstellungstest vor!
Unser Online-Testtrainer bietet dir interaktive Übungsaufgaben in allen Bereichen des Einstellungstests, die dich optimal auf deinen Einstellungstest vorbereiten sollen. Abgesehen von den interaktiven Aufgaben gibt es auch einen Überlebensmodus, der dich unter realistischen Bedingungen im späteren Verlauf deiner Vorbereitung testen kann, um zu sehen, wie weit du schon bist. Durch unseren KI-Trainer, der 24/7 erreichbar ist, kannst du alle deine Fragen jederzeit direkt stellen, ohne lange auf eine Antwort warten zu müssen! Außerdem ermöglicht dir unsere App ortsunabhängiges Lernen, damit du jederzeit und überall lernen kannst!
Fazit – gute Vorbereitung ist alles!
Der Weg zum Gerichtsvollzieher führt über ein anspruchsvolles, mehrstufiges Auswahlverfahren. Mit der richtigen Mischung aus Fachwissen, Konzentrationstraining und einer strukturierten Vorbereitung ist die Hürde jedoch gut zu meistern. Plakos unterstützt dich dabei, deine Wissenslücken gezielt zu schließen und mit Selbstvertrauen in den Testtag zu gehen.
Beispielaufgaben aus dem Kurs
- Aufgabe 01
- Lösung 01
Welches Wort ist korrekt geschrieben?
A) Rückpfergütung / B) Rückvergütung / C) Rückfregütung
B) Rückvergütung
Erklärung: Das Wort leitet sich von „Vergütung“ ab (kommt von „gut“). Im Deutschen wird die Vorsilbe „ver-“ fast immer mit „v“ geschrieben.
- Aufgabe 02
- Lösung 02
Ein Schuldner hat 1.200 € Schulden. Er begleicht sofort 15 %. Wie viel Euro sind das?
180 €
Rechenweg: 10 % von 1.200 € sind 120 €.
5 % (die Hälfte von 10 %) sind 60 €.
120 € + 60 € = 180 €.
Formel: 1.200 x 0,15 = 180.
- Aufgabe 03
- Lösung 03
Setze die Reihe fort: 2, 4, 8, 16, …?
32
Das Bildungsgesetz der Reihe lautet „Multiplikation mit 2“ (Verdopplung). 2 x 2 = 4 /4 x 2 = 8 / 8 x 2 = 16 / 16 x 2 = 32
- Aufgabe 04
- Lösung 04
In welchem Gesetzbuch sind die Regelungen zur Zwangsvollstreckung primär zu finden?
Zivilprozessordnung (ZPO)
Während das BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) die materiellen Ansprüche regelt (wer von wem was bekommt), regelt die ZPO den formellen Ablauf, wie diese Ansprüche – notfalls mit staatlicher Gewalt durch den Gerichtsvollzieher – durchgesetzt werden.
FAQ Einstellungstest Gerichtsvollzieher
Der Einstieg als Quereinsteiger ist ein sehr attraktiver Karriereweg und wird auch häufig spezifisch gesucht. Allerdings gibt es auch hier ein paar Besonderheiten zu beachten. Hier sind einmal alle wichtigen Punkte:
- Abgeschlossene Berufsausbildung (bevorzugt als Justizfachangestellter, Rechtsanwalt oder Notarfachangestellte)
- Drei Jahre Berufserfahrung
- Maximalalter, variiert je nach Bundesland, durchschnittlich unter 39
- Vorbereitungsdienst von 20–24 Monaten
- Nicht-Justiz-Angestellte bekommen einen 6-monatigen Einblick in die Abläufe
- Duales Ausbildungssystem
Da der Gerichtsvollzieher ein eigenständiges Organ in der Zwangsvollstreckung ist, gleichzeitig aber auch einen Beamtenstatus hat, gibt es viele Berufe, die du ausüben kannst. Zum einen gibt es viele Möglichkeiten im Justiz- und Rechtsbereich, wie:
- Justizfachwirt/in
- Rechtspfleger/in
- Mitarbeiter/in in Rechtsanwaltskanzleien
- Mitarbeiter/in in Inkassobüros
- Bankkaufmann/-frau (speziell Forderungsmanagement)
Solltest du aber einen Wechsel in den Bürobereich bevorzugen, gibt es folgende Optionen:
- Büroleitung/Verwaltungsfachkraft
- Beamte/r in der Allgemeinen Verwaltung
Aber auch als Gerichtsvollzieher in die Selbstständigkeit zu gehen, ist möglich.
Bei einer 40-Stunden-Woche liegt das Durchschnittsbruttogehalt ungefähr zwischen 4.965 € und 3.903 € im Monat. Der Durchschnitt beläuft sich hierbei auf 4.402 €. Dein Gehalt variiert, basierend darauf, ob du Min., Median oder Max. bekommst und in welcher Besoldungsgruppe du eingestuft bist.
Auch wenn es keine allgemein zugängliche Statistik zur Bestehensquote gibt, können Zusammenschlüsse gemacht werden. Im allgemeinen Justizdienst gibt es eine sehr hohe Durchfallquote, die in den letzten Jahren bei 60–70 % liegt. Der Gerichtsvollzieher spezifisch liegt ungefähr bei 50–70 %. Der Test ist also so konzipiert, dass nur die, die sich gut vorbereitet haben, durchkommen.
- Es ist ungern gesehen, vage und nicht eindeutige Antworten zu geben. Spezifische Antworten und Beispiele solltest du dir vorher überlegen.
- Du solltest deutlich beschreiben können, wie deine Rolle die Effizienz des Gerichts steigert.
- Allgemein schlechte Vorbereitung, besonders beim Thema „aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen“.
- Schlechte bis nicht vorhandene Basiskenntnisse mit Software und Dokumentenverwaltung
- Unangemessene Kleidung
Wenn du nicht als Quereinsteiger arbeiten willst, solltest du eine abgeschlossene Ausbildung im mittleren Justizdienst haben oder etwas Vergleichbares wie zum Beispiel Rechtsanwalt mit anschließender Berufserfahrung. Danach folgt eine 1,5- bis 2-jährige Weiterbildung in einem dualen System. Die Weiterbildung endet mit einer Gerichtsvollzieherprüfung. Nach dieser Prüfung kannst du dich für den Einstellungstest bewerben.
Damit du deinen Einstellungstest bestehst, brauchst du mindestens 50 % als Gesamtpunktzahl. Allerdings ist dies die Mindestgrenze und reicht nicht aus, um als bestanden zu gelten.
Unser Testtrainer hat verschiedene Versionen, die dich unterschiedlich auf den Einstellungstest vorbereiten. Welcher am besten zu dir und deiner Vorbereitung passt findest du auf der Kursseite.