Alles, was du über den Beruf Taxifahrer wissen musst!
Erstmal sieht der Beruf Taxifahrer ziemlich entspannt aus, oder? Die Kernarbeit eines Taxifahrers besteht darin, Personen sicher, zuverlässig und auf dem besten Weg zu ihrem Ziel zu befördern. Doch schon alleine hier macht sich bemerkbar, dass mehr als nur ein bisschen Herumfahren hinter dem Job steckt, da moderne Mobilitätsdienstleistung echte Professionalität verlangt. Taxifahrer müssen anhand des Zielortes sofort erkennen, welche Strecke am schnellsten und effizientesten ist, um Zeit sowie Kraftstoff zu sparen. Sie müssen wissen, welche Straßen um welche Zeiten mehr oder weniger befahren sind, Baustellen umgehen und Staus vorausschauend ausweichen. Außerdem müssen sie auch Kundenbetreuung verstehen und guten Kundenservice bieten, da Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft maßgeblich über Trinkgelder und Stammkunden entscheiden.
Die meisten Taxifahrer arbeiten zwar in festen Taxi-Unternehmen, aber viele machen sich auch selbstständig mit einer eigenen Konzession oder wechseln zu Unternehmen mit ähnlichen Serviceangeboten wie Ride-Pooling-Diensten oder Chauffeurservices.
Arbeitsplatz eines Taxifahrers - Regeln im Straßenverkehr!
Da sich der Arbeitsplatz immer in Bewegung und im turbulenten Straßenverkehr befindet, gibt es ein paar rechtliche und organisatorische Besonderheiten. Zum Ersten muss immer erkennbar sein, dass dieses Auto ein Taxi ist, um den Status als öffentliches Verkehrsmittel zu signalisieren. Deswegen gilt in fast allen Bundesländern Deutschlands die gesetzliche Pflicht, dass Taxis immer elfenbeinfarben sein müssen (nach der RAL-Farbe 1015). Da das Taxi zum öffentlichen Verkehrsnetz gehört, muss das Taxi die ganze Zeit in Betrieb sein, was eine ständige Betriebspflicht für den Unternehmer bedeutet!
Zusätzlich gilt die gesetzliche Beförderungspflicht, was bedeutet, dass du grundsätzlich immer jemanden mitnehmen musst, wenn der Start- und Zielort innerhalb des Pflichtfahrgebietes liegen. Ein Taxifahrer darf also niemandem den Zutritt verweigern, außer er hat die begründete Befürchtung, verletzt zu werden, oder der Fahrgast stellt eine akute Gefahr für die Sicherheit und Ordnung dar. Aufgrund dieser besonderen rechtlichen Stellung ist es Taxifahrern gestattet, auch in zweiter Reihe kurz zu stehen, um Fahrgäste ein- oder aussteigen zu lassen, sofern der Verkehr nicht unverhältnismäßig behindert wird.
So sieht die Abschlussprüfung aus!
Bevor du deine Prüfung schreiben kannst, musst du dich für diese erstmal fristgerecht anmelden. Dies ist online über das Portal deiner zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) oder schriftlich möglich. Solltest du dann eine offizielle Einladung erhalten, musst du erst mal die Prüfungsgebühr im Wert von 130 € bezahlen, und die auch zwingend vor dem eigentlichen Antritt der Prüfung überwiesen haben.
Nach der erfolgreichen Anmeldung startest du am Prüfungstag erstmal direkt mit der ersten schriftlichen Prüfung. Diese besteht nur aus Fragen, welche meistens teilweise sogar im zeitsparenden Multiple-Choice-Format beantwortet werden können. Du hast exakt 60 Minuten Zeit, alle Fragen sorgfältig zu beantworten, und dieser Teil wird am Ende ungefähr 40 % deiner Gesamtnote ausmachen. Relevante Themen wie berufsbezogenes Recht, kaufmännische und finanzielle Verwaltung, technischer Betrieb und Instandhaltung oder die allgemeine Straßenverkehrssicherheit werden in diesem ersten Prüfungsabschnitt intensiv vorkommen.
Das wird im zweiten Teil der Abschlussprüfung auf dich zukommen!
Im zweiten Teil startest du mit den schriftlichen Übungen sowie praxisnahen Fallstudien, die dein logisches und betriebswirtschaftliches Denken fordern. Die vertieften Themenbereiche bleiben aus dem ersten Teil der Prüfung im Wesentlichen bestehen, allerdings ist es für das Bestehen überaus lohnenswert, folgende drei Gesetze auswendig gelernt und verstanden zu haben:
- PBefG (Personenbeförderungsgesetz)
- BOKraft (Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr)
- PBZugV (Berufszugangsverordnung für den Straßenpersonenverkehr)
Auch für diese schriftliche Prüfung hast du wiederum genau 60 Minuten Zeit, allerdings erwartet dich hier eine deutlich geringere Anzahl an Fragen, die dafür jedoch viel detaillierter auszuformulieren sind. Die Endnote aus diesem anspruchsvollen Bereich wird hier ungefähr 35 % deiner Gesamtnote ausmachen. Beendet wird deine gesamte Abschlussprüfung mit einer mündlichen Prüfung vor dem IHK-Ausschuss. Diese hat nur 25 % Gewichtung in deiner Gesamtnote und wird inhaltlich aus den Kernthemen der schriftlichen Noten bestehen, um deine persönliche und fachliche Eignung abschließend zu überprüfen.
So kannst du dich optimal auf die Prüfung vorbereiten.
Du solltest darauf achten, dass du nicht einfach blind anfängst, durcheinander zu lernen. Versuche, das Lernen aktiv in deinen Alltag und deine Routinen zu integrieren. Am besten nimmst du dir täglich 30–45 Minuten und fokussierst dich auf ein Thema. Mit einem Lerntagebuch kannst du deine täglichen Themen vorplanen. So hast du genug Zeit, dich mit Themen auseinanderzusetzen, die du weniger als die anderen beherrschst. Sollte dir dies schwerfallen, kannst du unseren Online-Testtrainer als Unterstützung und Leitfaden nutzen, der dir einen klaren Lernpfad vorgibt.
Fazit
Der Beruf des Taxifahrers ist deutlich anspruchsvoller und facettenreicher, als es auf den ersten Blick im Alltag scheint. Neben hervorragenden Ortskenntnissen und einer ausgeprägten Serviceorientierung im direkten Kundenkontakt verlangt der Gesetzgeber fundiertes rechtliches und kaufmännisches Fachwissen, das in einer anspruchsvollen IHK-Fachkundeprüfung nachgewiesen werden muss. Die erschreckend hohe Durchfallquote von über 60 Prozent zeigt deutlich, dass eine oberflächliche Vorbereitung keinesfalls ausreicht, um im Personenverkehr erfolgreich zu bestehen. Mit einer disziplinierten Lernroutine, einem strukturierten Lerntagebuch und der gezielten Unterstützung durch den Plakos Online-Testtrainer minimierst du dein Risiko des Scheiterns jedoch effektiv und legst das sichere Fundament für deine erfolgreiche berufliche Zukunft oder Selbstständigkeit.
Beispielaufgaben aus dem Kurs
- Aufgabe 01
- Lösung 01
Nach welchem zentralen Gesetz richtet sich die gewerbsmäßige Beförderung von Personen mit Taxen in Deutschland, und welche Behörde erteilt grundsätzlich die erforderliche Konzession?
Die Beförderung richtet sich nach dem Personenbeförderungsgesetz (PBefG). Die Konzession wird von der zuständigen Verkehrsbehörde (z. B. dem Straßenverkehrsamt der Stadt oder des Landkreises) erteilt.
- Aufgabe 02
- Lösung 02
Gemäß § 26 BOKraft muss im Taxi an einer gut sichtbaren Stelle ein bestimmtes Dokument bzw. Schild für den Fahrgast angebracht sein. Um welche Information handelt es sich dabei genau?
Im Taxi muss die Ordnungsnummer (Taxinummer) gut sichtbar an der rechten unteren Seite der Heckscheibe oder im Innenraum angebracht sein. Zudem muss der Name und Wohnsitz bzw. die Betriebsstätte des Unternehmers im Innenraum zur Einsicht des Fahrgasts vorhanden sein.
- Aufgabe 03
- Lösung 03
Wie oft muss ein gewerblich genutztes Taxi laut der Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr (BOKraft) zur Hauptuntersuchung (HU)?
Gemäß § 29 StVZO in Verbindung mit der BOKraft müssen Taxen jährlich (alle 12 Monate) zur Hauptuntersuchung vorgeführt werden, da sie der gewerblichen Personenbeförderung dienen.
- Aufgabe 04
- Lösung 04
Unter welchen exakten rechtlichen Bedingungen darf ein Taxifahrer einem potenziellen Fahrgast die Mitnahme verweigern, obwohl eine generelle Beförderungspflicht im Pflichtfahrgebiet besteht?
Die Mitnahme darf verweigert werden, wenn der Fahrgast eine Gefahr für die Sicherheit und Ordnung des Betriebs darstellt (z. B. bei starker Alkoholisierung, aggressivem Verhalten, akuter Verschmutzungsgefahr des Fahrzeugs oder dem Mitführen von gefährlichen Gegenständen).
FAQ IHK Taxi und Mietwagen Prüfung
Unser interaktiver Online-Testtrainer bietet dir eine Vielzahl an Übungsaufgaben, die präzise auf die aktuellen Prüfungsbereiche abgestimmt sind. Ein besonderes Highlight ist unser integrierter KI-Trainer, der dir rund um die Uhr für spezifische Fachfragen zur Verfügung steht. Dank unserer mobilen App lernst du zudem völlig ortsunabhängig – egal ob während der Pause im Betrieb oder unterwegs in der Bahn.
Unser Testtrainer steht in verschiedenen Paketen zur Verfügung, die dich mit unterschiedlichem Umfang auf den Einstellungstest vorbereiten. Welches Modell am besten zu deinen individuellen Bedürfnissen und deinem Zeitplan passt, erfährst du im Detail auf unserer Kursseite.
Das Nettogehalt bei Taxifahrern liegt mindestens bei 1.430€ im Monat und maximal bei 2.085€ netto im Monat. Der Durchschnitt bekommt meistens 1.760 € netto, was 32.500€ brutto im Jahr sind.
Auch wenn es Teil der Prüfung ist, sich schnell zurechtzufinden, ist es Taxifahrern erlaubt, ein Navi zu verwenden. Allerdings ist dies auch meistens schnell nicht mehr nötig, da sie sich die Strecken schnell einprägen können.
Ja, Taxifahrer müssen jedes Jahr einmal zu einer Hauptuntersuchung, um sicherzustellen, dass sie fahrtüchtig sind.
- Mindestalter von 21 Jahren
- Führerschein Klasse B sowie 2 Jahre Fahrpraxis
- polizeiliches Führungszeugnis
- maximal 4 Punkte im Fahreignungsregister
- EU Kartenführerschein
- Ärztliches Zeugnis
Die Prüfung ist bestanden, wenn du insgesamt einen Prozentsatz von 60% hast. Allerdings ist es wichtig zu bedenken, dass du in jedem Prüfungsteil mindestens 50% erreicht haben musst.
Normalerweise betragen die Durchfallquoten bei der Prüfung für angehende Taxifahrer und Mietwagen bis zu über 60 Prozent.