Kombinierte Ausbildung: Medizin und Militär
Das Medizinstudium bei der Bundeswehr bietet angehenden Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, ihre medizinische Ausbildung mit einer militärischen Laufbahn zu verbinden. Dafür müssen sich die Anwärterinnen und Anwärter in der Laufbahn der Offiziere für 17 Jahre verpflichten.
Das Bundeswehr-Medizinstudium wird an einer zivilen Universität oder Hochschule gemeinsam mit anderen Medizinstudierenden absolviert. Hier erhalten die Studierenden eine umfassende medizinische Ausbildung, die den Anforderungen des zivilen Gesundheitssystems entspricht.
Nach dem Studium bei der Bundeswehr hast du als Ärztin oder Arzt in erster Linie die Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Soldatinnen und Soldaten und übst deine Tätigkeit in einer medizinischen Einrichtung der Bundeswehr aus. Zusammen mit deinem Team stellst du sowohl im Inland als auch im Ausland sicher, dass die medizinische Versorgung funktioniert und die Truppe einsatzbereit bleibt.
Voraussetzungen für das Medizinstudium bei der Bundeswehr
Wenn du bei der Bundeswehr Medizin studieren möchtest, müssen einige Voraussetzungen gegeben sein:
Staatsangehörigkeit: Du musst Deutsche oder Deutscher sein im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes.
Abitur: Du musst das Abitur haben. Wenn du erst 17 bist, ist das auch kein Problem, solange eine Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten vorliegt.
Verpflichtung: Die Dienstzeit in der Laufbahn der Offiziere beträgt mit Medizinstudium 17 Jahre, für die du dich verpflichten musst.
Versetzungsbereitschaft: Du musst bereit sein, dich bundesweit versetzen zu lassen und an Auslandseinsätzen der Bundeswehr teilzunehmen.
Auswahlverfahren für Sanitätsoffizier-Anwärter
Abschließend ist noch das Auswahlverfahren für Sanitätsoffizier-Anwärter zu nennen, welches du bestehen musst. Ein „Numerus clausus“ wird für das Medizinstudium bei der Bundeswehr nicht verlangt. Die Studieneignung erfolgt nach Bestenauslese in einem Auswahlverfahren für Offiziere.
Damit deine Bewerbung noch im selben Jahr berücksichtigt wird, musst du die Bewerbungsfrist einhalten, die immer zum 31.03. endet. Diese Frist gilt übrigens für die Offizierslaufbahn in allen Heeresbereichen der Bundeswehr. Die anschließende Einstellung der Sanitätsoffiziersanwärter erfolgt zweimal im Jahr zum 1. Januar und zum 1. Juli.
Das Auswahlverfahren für Sanitätsoffizier-Anwärter findet im Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln statt. In einem dreitägigen Assessment müssen die Bewerberinnen und Bewerber unterschiedlichste Testverfahren durchlaufen und Prüfungen absolvieren. Hier wird vor allem deine charakterliche, psychische und physische Eignung für die Offizierslaufbahn festgestellt.
Zur Eignungsfeststellung gehören neben einem Sporttest auch eine medizinische Untersuchung, PC-Tests, persönliche Gespräche und ein Gruppensituationsverfahren. Konkret setzt sich das Auswahlverfahren u.a. aus folgenden Prüfstationen zusammen:
- CAT-Test
- Persönlichkeitstest am Computer
- Studieneignungstest Sanität
- Sporttest
- Ärztliche Untersuchung
- Gruppensituationsverfahren
- Interview
- Studieneignungsprüfgespräch
- Einplanung
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San-Test und San-Gespräch
Der San-Test besteht aus zwei Abschnitten, von denen jeder 20 Fragen umfasst:
- Der erste Abschnitt befasst sich mit „Quantitative und formale Probleme“.
- Der zweite Abschnitt bezieht sich auf „Medizinisch-naturwissenschaftliches Grundverständnis“ und prüft dein Textverständnis.
Studium an öffentlichen Universitäten
Da die Bundeswehruniversitäten in München und Hamburg keine Medizinstudienplätze anbieten können, findet das Medizinstudium an öffentlichen Universitäten statt. Im gesamten Bewerbungsverfahren für das Medizinstudium bei der Bundeswehr werden Punkte gesammelt. Studienbewerberinnen und -bewerber mit einer besonders hohen Punktzahl haben eine große Wahrscheinlichkeit, an ihrer Wunschuniversität angenommen zu werden.
Facharztausbildung und Möglichkeiten
Im Anschluss wirst du in eines der fünf Bundeswehrkrankenhäuser zur weiteren medizinischen Ausbildung versetzt. Theoretisch bietet die Bundeswehr eine Vielzahl von Facharztausbildungen an, jedoch bedeutet dies nicht automatisch, dass du deine bevorzugte Facharztausbildung erhalten wirst, denn die Verfügbarkeit richtet sich nach dem Bedarf der Bundeswehr. So bestehen beispielsweise bessere Chancen, eine Facharztausbildung im Bereich Chirurgie zu absolvieren als im Bereich Kinder- und Jugendmedizin.
Alternative Fachrichtungen
In der Laufbahn der Offiziere hast du nach Abschluss deines Medizinstudiums vielfältige Möglichkeiten. Alternativ zur Humanmedizin kannst du auch in den Bereichen Lebensmittelchemie und Pharmazie, Zahnmedizin oder Veterinärmedizin tätig werden.
Gehalt und finanzielle Unterstützung
Das Medizinstudium bei der Bundeswehr bietet eine einzigartige Möglichkeit, medizinische Fachkenntnisse mit einer militärischen Karriere zu verbinden und gleichzeitig eine umfassende finanzielle Unterstützung während des Studiums zu erhalten. Das Gehalt für Studierende des Medizinstudiums bei der Bundeswehr variiert je nach Dienstgrad und persönlicher Lebenssituation und liegt für Soldaten auf Zeit zwischen ca. 2.045 € und 3.385 € netto.
Die Gehälter für Ärzte und Ärztinnen der Bundeswehr sind in Besoldungsgruppen geregelt und liegen in einem ähnlichen Bereich wie bei zivilen Fachärzten. Je nach Fachrichtung und Stellung variiert das Gehalt in dieser Position in der Regel zwischen 5.000 und 12.000 Euro brutto pro Monat. Da du bei der Bundeswehr angestellt bist, bist du von der Sozialversicherungspflicht befreit und profitierst finanziell von der unentgeltlichen truppenärztlichen Versorgung. Dadurch entfallen die Beiträge zur eigenen Krankenversicherung.
Optimale Vorbereitung mit Plakos
Häufig gestellte Fragen zum Einstellungstest Medizinstudium bei der Bundeswehr
Bewerber für das Medizinstudium bei der Bundeswehr müssen die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) haben, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, körperlich und geistig fit sein und dürfen keine Vorstrafen haben. Außerdem verpflichtest du dich in der Regel für 17 Jahre Dienstzeit als Sanitätsoffizier.
Das Auswahlverfahren für Sanitätsoffizier-Anwärter beginnt mit einer Bewerbung und wird durch eine mehrtägige Eignungsfeststellung am Assessmentcenter der Bundeswehr in Köln ergänzt. Dort erwarten dich unter anderem ein computergestützter Test, ein Interview, eine ärztliche Untersuchung sowie ein Sporttest. Auch deine persönliche Eignung und Motivation werden bewertet.
Im computergestützten Eignungstest werden Fähigkeiten in Bereichen wie logisches Denken, mathematisches Verständnis, Sprachbeherrschung, Konzentration, Merkfähigkeit und technisches Verständnis geprüft. Auch Fragen zur Allgemeinbildung und zum medizinischen Grundwissen können vorkommen.
Im mündlichen Auswahlverfahren führst du ein strukturiertes Interview, bei dem deine Motivation, Belastbarkeit, Teamfähigkeit und dein Verantwortungsbewusstsein im Fokus stehen. Zudem können Gruppendiskussionen, Rollenspiele oder Kurzvorträge Teil des Verfahrens sein. Besonders geachtet wird auf dein Auftreten, deine Kommunikationsfähigkeit und deine Eignung für den Offiziersberuf.
Der Basis-Fitness-Test besteht aus drei Übungen: 11×10 Meter Sprinttest, Klimmhang und ein 1000-Meter-Lauf. Du musst den Sprint in maximal 60 Sekunden, den Klimmhang mindestens 5 Sekunden und den Lauf in höchstens 6:30 Minuten absolvieren. Alle Übungen müssen bestanden werden, sonst gilt der Test als nicht bestanden.
Ja, der Numerus clausus spielt eine Rolle, da das Medizinstudium an zivilen Universitäten stattfindet. Die Bundeswehr vergibt ihre Studienplätze zwar unabhängig vom regulären Verfahren, achtet aber trotzdem auf gute Abiturnoten.