Personenbeförderungsschein: Alle Infos über den P-Schein

In den letzten Jahren hat sich die Mobilität in Deutschland dank verschiedener Angebote deutlich erhöht. Für Bürger ist es mittlerweile einfach und unkompliziert möglich, von A nach B zu gelangen, da unzählige Dienstleister ihren Service in Form der Personenbeförderung zur Verfügung stellen. Wer dies rein auf privater Ebene tut, muss sich keinerlei Gedanken machen, solange die maximale Anzahl an Sitzplätzen im Fahrzeug berücksichtigt wird. Auf gewerblicher Ebene ist für den Transport von Personen der sogenannte Personenbeförderungsschein oder auch P-Schein erforderlich. Nachfolgend haben wir für dich alle wichtigen Details wie die Voraussetzungen, die Kosten oder auch die Inhalte der Prüfung unter die Lupe genommen.

P-Schein: Wann erforderlich?

Wie eingangs bereits erwähnt, spielt der Personenbeförderungsschein nur auf gewerblicher Ebene eine Rolle. Wer also lediglich mit seinen Freunden im Auto den nächsten Strand oder eine Bar aufsuchen möchte, benötigt keinen P-Schein. Berücksichtigt werden muss dann laut Gesetz lediglich die Anzahl der mit Gurten ausgestatteten Sitzplätze im Auto. Anders ist es jedoch, wenn es sich um einen gewerblichen Transport handelt. Das ist zum Beispiel der Fall bei:

  • Taxi
  • Fahrer für Mietwagen (Chauffeure)
  • Patiententransport / Krankentransport
  • Bus / Omnibus (Sonderfall!)

Vereinfacht lässt sich sagen, dass der Personenbeförderungsschein immer dann notwendig ist, wenn von einer Person oder Institution eine Gegenleistung für den Transport gezahlt wird. Beamte der Bundeswehr oder Polizei müssen also keinen P-Schein machen, ein Fahrer für einen Krankentransport im Pflegedienst hingegen schon – denn hierfür zahlen entweder die Patienten oder deren Versicherung. Eine Sonderrolle nimmt der P-Schein für Busfahrer ein. Diese müssen keinen expliziten P-Schein machen, sondern sind durch die Fahrerlaubnis D bzw. D1 automatisch zum Transport von Personen berechtigt. Allerdings gilt diese Erlaubnis auch nur für den Bus oder Omnibus, so dass Busfahrer mit diesem Schein nicht zusätzlich noch Personen als Taxifahrer transportieren dürften.

Achtung
Wer sich den Personenbeförderungsschein sichern möchte, muss sich auf die Prüfung intensiv vorbereiten. Am besten gelingt das mit unserem Online-Kurs!

Voraussetzungen und Anforderungen: Wie bekomme ich den P-Schein?

Wer den Personenbeförderungsschein erwerben möchte, der muss in Deutschland eine ganze Reihe von Anforderungen beachten. Unterm Strich ist das natürlich sehr erfreulich, denn so wird sichergestellt, dass nur fähige und kompetente Personen den Transport anderer Menschen übernehmen. Nachfolgend haben wir für dich einmal aufgeführt, aus welchen Prüfungen die Zulassung insgesamt besteht, bzw. was untersucht wird:

  • Fahrerlaubnis
  • Mindestalter
  • Persönliche Eignung
  • Psychische und physische Eignung

Es liegt auf der Hand, dass gewerbliche Transporte nur mit einer gültigen Fahrerlaubnis durchgeführt werden dürfen. Darüber hinaus gilt ein Mindestalter von meist 21 Jahren, wobei einige Berufe Ausnahmen mit sich bringen. Eine Altersgrenze nach oben hin ist nicht vorhanden. Die persönliche Eignung wird ebenfalls untersucht. Hierfür muss ein Führungszeugnis eingereicht werden, trotz Vorstrafen ist die Arbeit in einigen Fällen möglich. Nicht zu verwechseln ist die persönliche Eignung mit der psychischen oder physischen Eignung, die noch einmal gesondert untersucht werden.

Achtung
Umsonst gibt es den Personenbeförderungsschein natürlich nicht. Die Kosten liegen insgesamt bei rund 300 Euro, die Verlängern Kosten fallen ein wenig geringer aus.

Psychische und physische Eignung

Mit Hilfe eines ärztlichen Gutachtens bzw. durch eine ärztliche Untersuchung müssen Bewerber sicherstellen, dass sie auch körperlich und geistig dazu geeignet sind, Personen sicher zu befördern. Im körperlichen Test werden hier zum Beispiel die Reaktionsgeschwindigkeit oder die Konzentration unter die Lupe genommen, in der physischen Eignung wird in einer Untersuchung geprüft, ob du gesund bist. Eine rot grün Schwäche oder mangelnde Sehkraft kann zum Beispiel zu Schwierigkeiten sorgen, ebenso ist es, wenn du trotz Diabetes einen P-Schein machen möchtest. Dies ist zum Beispiel dann nur möglich, wenn sich die Erkrankung medikamentös kontrollieren lässt.

Reaktionstest Personenbeförderung

Die Reaktion und die Reaktionsgeschwindigkeit spielen eine erhöhe Rolle, wenn es um die Beförderung von Personen geht. Aus diesem Grund wird ein sogenannter Reaktionstest Personenbeförderung durchgeführt, bei dem es sich um einen computerbasierten Test handelt und der in die betriebsmedizinische Untersuchung fällt. LKW-Fahrer müssen diesen Test nicht erledigen, Taxifahrer, Omnibusfahrer, Busfahrer oder Mietwagenfahrer aber schon. Testteilnehmer sitzen dabei vor einem Bildschirm und sehen dort zum Beispiel zwei unterschiedliche Punkte. Gleichzeitig ertönt durch Kopfhörer ein akustisches Signal. Jetzt sind Reaktionen gefragt: Es muss zum Beispiel immer dann eine Taste im Reaktionstest gedrückt werden, wenn ein bestimmter Punkt aufleuchtet und gleichzeitig dazu ein Signal ertönt. Aber Vorsicht: Es kann im Reaktionstest für Personenbeförderung auch sein, dass nur das Signal ertönt oder nur der Punkt aufleuchtet – in diesen Fällen dürfte die Taste am Computer dann nicht gedrückt werden.

Rund um den Personenbeförderungsschein ist der explizite Reaktionstest übrigens nicht der einzige Weg, mit dem sich das Reaktionsvermögen testen lässt. Stattdessen kommt auch ein sogenannter Kombi-Test zum Einsatz, der neben dem Reaktionsvermögen auch das Orientierungsvermögen, die Aufmerksamkeit, die Belastbarkeit oder die Konzentrationsfähigkeit unter die Lupe nimmt. Rund um die Auswertung der Tests gilt übrigens, dass natürlich Unterschiede zwischen den Testteilnehmern berücksichtigt werden. So ist es zum Beispiel ganz natürlich, dass ältere Personen eine etwas geringere Reaktionstest als jüngere Personen mitbringen. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel. Generell ist es daher in allen Fällen ratsam, sich zum Beispiel online auf den Reaktionstest vorzubereiten. Es gibt genügend Testverfahren, mit denen sich die Reaktion üben lässt und die für eine erfolgreiche Teilnahme am Reaktionstest Personenbeförderung sorgen.

Ortskundenprüfung

Wer in München, Hamburg, Berlin oder einer anderen Stadt seinen P-Schein machen möchte, muss in den meisten Fällen auch einen Ortskenntnisnachweis einreichen. Immerhin ist es zu gewährleisten, dass du dich zum Beispiel als Taxifahrer auch in der Umgebung auskennst und zum Beispiel im Notfall schnell den Weg zum nächsten Krankenhaus finden könntest. Es gibt hier aber ebenfalls wieder Ausnahmen: So musst du den Ortskundenachweis zum Beispiel nicht einreichen, wenn du als Fahrer eines Krankentransportes oder als Chauffeur arbeitest. In diesen Fällen ist das Fahrtziel vor dem Antritt der Fahrt für den Gesetzgeber nämlich bereits bekannt – und so kann auch im Vorfeld eine passende Route herausgesucht werden.

Tipp
Hast du den Personenbeförderungsschein erhalten, ist diese Erlaubnis für einen Zeitraum von insgesamt fünf Jahren gültig. Danach ist der Schein abgelaufen und muss verlängert werden.

Verlängerung des Personenbeförderungsscheins

Ist der Personenbeförderungsschein nach der maximalen Laufzeit von fünf Jahren abgelaufen, muss dieser verlängert werden. Hierfür sind alle Besitzer verpflichtet, erneut Nachweise einzureichen, mit denen ein weiterer sicherer Transport der Mitfahrer gewährleistet werden kann. Im Detail handelt es sich hierbei um ein aktuelles Gesundheitszeugnis und einen aktuellen Sehtest. Eine weitere wichtige Voraussetzung liegt zudem darin, dass der Fahrer im Zeitraum der Erteilung nicht negativ aufgefallen ist.Straftaten oder nachträgliche Anzeigen können also dafür sorgen, dass die Verlängerung des P-Scheins verwehrt wird. Darüber hinaus haben die Behörden in diesen Fällen auch die Möglichkeit, den Schein bereits vor Ablauf der fünf Jahre zu entziehen.

Wer anschließend ohne eine gültige Erlaubnis Personen befördert, macht sich strafbar und muss dementsprechend mit Konsequenzen rechnen. Ist der P-Schein zwar vorhanden, wird aber beim Transport von Personen nicht mitgeführt, wird hierfür zum Beispiel schon ein Verwarngeld in Höhe von zehn Euro fällig. Wird ein Fahrgast ohne die entsprechende Erlaubnis transportiert, steigt das Strafgeld auf satte 75 Euro an, zusätzlich wird ein Punkt in Flensburg notiert. Genau die gleiche Strafe wartet dann, wenn die Beförderung eines Fahrgastes durch einen Fahrer ohne P-Schein zugelassen wurde.

Achtung
Wer seinen Führerschein verliert, der muss auch den P-Schein umgehend abgeben. Geschieht das nicht, handelt es sich um eine Straftat, die eine Gebühr von 25 Euro nach sich zieht. Abgegeben werden muss der Schein nach der Zahlung natürlich trotzdem.

Fazit: P-Schein ist ein Muss

Mit Ausnahme von Busfahrern müssen den Personenbeförderungsschein alle Personen beantragen, die gewerblich den Transport von anderen Menschen übernehmen wollen. Der Antrag selber ist schnell eingereicht, gleichzeitig müssen dann aber einige Hürden auf dem Weg zur Erlaubnis gemeistert werden. Die Prüfungsfragen und Tests haben es hier durchaus in sich, du solltest dich also definitiv gut vorbereiten.


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