Was ist der Aufnahmetest am Studienkolleg?
Der Aufnahmetest Studienkolleg ist die Zulassungsprüfung fürs Studienkolleg, die alle Bewerber:innen bestehen müssen, um einen Platz zu erhalten. Mit diesem Test wird geprüft, ob du bereits ausreichend Deutschkenntnisse und fachliche Grundlagen mitbringst, um dem Unterricht folgen zu können. Gleichzeitig dient der Test als Auswahlverfahren: Da meist mehr Bewerber als Plätze vorhanden sind, werden die Kandidat:innen mit den besten Ergebnissen aufgenommen. Du trittst also in Konkurrenz mit anderen – je höher deine Punktzahl, desto besser stehen deine Chancen.
Wer muss den Aufnahmetest Studienkolleg machen?
Den Aufnahmetest müssen alle absolvieren, die ein Studienkolleg besuchen müssen – in der Praxis betrifft das vor allem internationale Studienbewerber:innen mit einem ausländischen Schulabschluss, der nicht dem deutschen Abitur entspricht. Wenn dein Zeugnis keinen direkten Hochschulzugang in Deutschland erlaubt, führt kein Weg am Studienkolleg (und damit am Aufnahmetest) vorbei. Wichtig: In der Regel verlangen die Studienkollegs, dass du vor dem Test Deutschkenntnisse auf mindestens Niveau B1 nachweist (viele erwarten sogar B2). Je besser dein Deutsch ist, desto größer sind deine Chancen im Aufnahmetest – schließlich findet der Unterricht später komplett auf Deutsch statt.
Welche Inhalte werden im Aufnahmetest Studienkolleg geprüft?
Der Aufnahmetest Studienkolleg gliedert sich meist in einen Deutschteil und einen fachlichen Teil je nach Schwerpunktkurs. Die genaue Zusammensetzung hängt davon ab, für welchen Kurs (T, M, W, G oder S) du dich bewirbst:
- T-Kurs (Technik/Ingenieurwissenschaften): Mathematik als Hauptprüfungsfach (Aufgaben auf Oberstufenniveau).
- M-Kurs (Medizin/Naturwissenschaften): Mathematik und naturwissenschaftliche Grundlagen (Biologie, Chemie).
- W-Kurs (Wirtschaft/Sozialwissenschaften): Mathematik, oft mit Anwendungsaufgaben (z. B. Prozentrechnung).
- G- und S-Kurs (Geistes- und Sprachwissenschaften): Schwerpunkt auf Sprachprüfungen. Meist ein Deutschtest (z. B. C-Test-Lückentext und kurzer Aufsatz); teils kommen ein Englischtest oder Fragen zum Allgemeinwissen (Geschichte, Politik) hinzu.
Einen Deutschtest absolvieren alle Bewerber – unabhängig vom gewählten Kurs. Dieser prüft dein Leseverständnis, Wortschatz und Grammatik, oft in Form von Lückentexten und Textproduktion. Das Niveau entspricht etwa der Mittelstufe B1/B2, also solide Grundkenntnisse der deutschen Sprache.
Wie läuft der Test ab? (Zeit, Ablauf, Organisation)
Der Aufnahmetest Studienkolleg findet zu einem festgelegten Termin am Studienkolleg statt (den genauen Termin und Ort erfährst du in deiner Einladung). Am Testtag meldest du dich vor Ort an, legst Einladung und Ausweis (z. B. Reisepass mit Visum) vor und zahlst ggf. eine Teilnahmegebühr. Anschließend nimmst du im Prüfungsraum Platz und bearbeitest die Aufgaben.
Die Dauer des Tests beträgt insgesamt meist etwa 1–2 Stunden. Typischerweise sind die Abschnitte zeitlich begrenzt – zum Beispiel 30 Minuten für den ersten Deutschteil, 30 Minuten für den zweiten Deutschteil und 30 Minuten für Mathematik. Hilfsmittel sind nicht erlaubt: Du darfst weder Wörterbücher noch Taschenrechner oder elektronische Geräte nutzen. Alles, was du zum Lösen brauchst (Papier, Stifte ggf. vom Kolleg gestellt), wird vor Ort organisiert.
Nach dem Test werden deine Ergebnisse korrigiert. Du erfährst in der Regel wenige Tage später, ob du bestanden hast. Viele Studienkollegs veröffentlichen die Resultate online oder informieren dich per E-Mail. Hab also etwas Geduld – meist stehen die Ergebnisse innerhalb einer Woche fest.
Wie wird der Aufnahmetest Studienkolleg bewertet?
Jede Aufgabe im Aufnahmetest gibt eine bestimmte Punktzahl. Du musst insgesamt eine Mindestpunktzahl erreichen (häufig etwa 50 % der Punkte), um den Aufnahmetest Studienkolleg zu bestehen. Entscheidend für die Zulassung ist jedoch die Rangfolge: Alle Ergebnisse werden verglichen, und die verfügbaren Plätze gehen an die Bewerber:innen mit den höchsten Punktzahlen.
Wichtig ist auch, dass du in allen Teilprüfungen bestehst. In der Regel musst du sowohl den Deutsch- als auch den Fachteil jeweils erfolgreich absolvieren – wenn du einen Teil komplett nicht bestehst, gilt der gesamte Aufnahmetest als „nicht bestanden“. Die genaue Gewichtung der Teile kann je nach Studienkolleg variieren, aber grundsätzlich musst du in Sprache und Fach Grundlagen sicher beherrschen.
Was passiert, wenn man den Test nicht besteht?
Falls du den Aufnahmetest Studienkolleg nicht bestehst – oder zwar bestehst, aber aufgrund der Rangliste keinen Platz erhältst – kannst du es in der Regel zum nächsten Semester erneut versuchen. Die meisten staatlichen Studienkollegs bieten den Test zweimal jährlich an. Beachte jedoch, dass es oft eine Begrenzung der Versuche gibt: An vielen Kollegs darfst du die Prüfung maximal dreimal ablegen (also zwei Wiederholungen). Diese Obergrenze gilt meist bundesweit; nach drei erfolglosen Versuchen wirst du an keinem staatlichen Studienkolleg mehr zum Aufnahmetest zugelassen.
Praktisch bedeutet ein nicht bestandener Test, dass du dich für den nächsten Termin neu bewerben musst. Nutze die Zwischenzeit, um deine Schwächen aufzuarbeiten – beispielsweise einen Deutsch-Intensivkurs zu besuchen oder Mathe-Grundlagen zu üben. Für Nicht-EU-Bewerber ist auch relevant, dass die Aufenthaltsgenehmigung zur Studienvorbereitung zeitlich begrenzt ist (oft auf 24 Monate). Verzögere die Aufnahme also nicht unnötig lange.
Wie kann man sich vorbereiten? (Tipps und Materialien)
Eine gute Vorbereitung steigert deine Chancen enorm. Hier einige Tipps, wie du dich effektiv auf den Aufnahmetest Studienkolleg vorbereiten kannst:
- Deutsch verbessern: Bringe deine Deutschkenntnisse auf Mittelstufenniveau (B1/B2). Lies regelmäßig deutsche Texte und übe das Verstehen von Inhalten. Auch Lückentexte (C-Tests) und kurze Aufsatzthemen solltest du trainieren, um dich an diese Formate zu gewöhnen. Wiederhole Grammatikregeln und lerne Vokabeln, damit du im Test sicher und schnell antworten kannst.
- Mathe & Naturwissenschaften üben: Wiederhole die wichtigen Mathematik-Themen der Oberstufe: z. B. Gleichungen umstellen, Geometrie-Grundlagen, Funktionen und Prozentrechnung. Falls du den M-Kurs anstrebst, frische zusätzlich Basics in Biologie und Chemie auf (Begrifflichkeiten und einfache Konzepte). Ohne Taschenrechner rechnen zu können ist ebenfalls wichtig – trainiere Kopfrechnen und schriftliches Rechnen.
- Übungsaufgaben nutzen: Mach dich mit typischen Aufgaben vertraut, indem du Beispieltests durcharbeitest. Hierfür empfehlen wir dir unseren Online-Testtrainer für den Aufnahmetest Studienkolleg, welcher auch eine realistische Prüfungssimulation enthält. Löse diese unter Zeitbedingungen und prüfe mit den Lösungen, wo du noch Wissenslücken hast. So lernst du die Aufgabentypen kennen und reduzierst Überraschungen am Testtag.
- Prüfung simulieren: Versuche, einen kompletten Probelauf zu Hause zu machen. Stell dir den Wecker entsprechend der echten Zeitlimits und arbeite ohne Hilfsmittel in ruhiger Umgebung, als wärst du im Prüfungsraum. Diese Simulation hilft dir, ein Gefühl für die Zeiteinteilung zu bekommen und Nervosität abzubauen. Je öfter du unter realistischen Bedingungen übst, desto souveräner wirst du im Ernstfall auftreten.
Beispielaufgaben und typische Fragestellungen im Aufnahmetest Studienkolleg
Zum Schluss ein Blick auf typische Aufgabenformate, die im Aufnahmetest Studienkolleg vorkommen können:
Deutschteil:
Häufig erwartet dich ein C-Test – ein kurzer Text, in dem jedes zweite Wort zur Hälfte fehlt und von dir ergänzt werden muss. Zusätzlich kann eine Textproduktion verlangt sein, z. B. ein kurzer Aufsatz oder das Vervollständigen eines Dialogs zu einem gegebenen Thema.
Auch Leseverständnis-Aufgaben sind typisch: Du liest einen Text und beantwortest Fragen dazu oder markierst Aussagen als richtig/falsch.
Im G-/S-Kurs können zudem Fragen zum Allgemeinwissen einfließen (z. B. eine historische Jahreszahl zuordnen).
Mathematikteil:
Die Mathe-Aufgaben prüfen grundlegendes Schulwissen.
Typisch sind z. B. lineare oder quadratische Gleichungen lösen, Geometrie-Berechnungen (Flächen, Volumen) und Aufgaben zu Funktionen (Funktionswerte berechnen oder Graphen verstehen).
Auch Prozent- oder Textaufgaben können vorkommen, insbesondere für den W-Kurs.
Ein Beispiel: „Berechne xxx, so dass 2x+4=102x + 4 = 102x+4=10“ (Lösung: x=3x = 3x=3).
Naturwissenschaftsteil (M-Kurs):
Im M-Kurs können neben Mathe einfache Fragen aus Biologie oder Chemie auftauchen.
Beispiele:
- Biologie – „Welches Organ im menschlichen Körper pumpt Blut durch den Kreislauf?“ (Antwort: das Herz)
- Chemie – „Wie lautet die chemische Formel von Wasser?“ (Antwort: H₂O).
Vereinzelt gibt es auch kurze wissenschaftliche Lesetexte mit Verständnisfragen. Die Naturwissenschafts-Aufgaben bleiben aber auf Schulniveau – detailliertes Expertenwissen ist nicht erforderlich.